Stand: 04.06.2020 18:18 Uhr  - NDR 90,3

Metropolregion setzt auf grünen Wasserstoff

Die Metropolregion Hamburg rückt nach der Kritik der OECD enger zusammen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit hatte bemerkt, dass der Norden gegenüber dem Süden abgefallen ist. In einer Studie hieß es, dass die Innovationsfähigkeit und Produktivität der Region hinter vergleichbaren Wirtschaftsräumen im Süden zurückbleibt und Potenziale brachliegen.

VIDEO: Metropolregion Hamburg will enger zusammenrücken (1 Min)

Zehn Punkte sollen vorrangig angegangen werden

Hamburgs Staatsrat und Chef in der Metropolregion, Andreas Rieckhof (SPD), sagte es frank und frei: "Die OECD - ich sag es mal salopp - hat uns ja ziemlich die Ohren lang gezogen." Deshalb hat der Regionsrat der Metropolregion jetzt zehn Punkte identifiziert, die vorrangig angegangen werden sollen. Dazu zählen zum Beispiel eine gemeinsame Fachkräftestrategie, die Einrichtung eines Kompetenzzentrums Mobilität und ein kundenfreundlicher Umbau des grenzüberschreitenden öffentlichen Nahverkehrs.

Regionsrat der Metropolregion Hamburg © Marion Köhler / Metropolregion Hamburg Foto: Marion Köhler
Der Regionsrat der Metropolregion Hamburg setzte sich mit der Kritik in einer OECD-Studie auseinander.

Eine wichtige Rolle spiele für die Metropolregion auch die Entwicklung der Randbereiche. Etwa zwei Drittel der rund 5,3 Millionen Einwohner der Metropolregion wohnen nicht in Hamburg oder anderen Städten. Eine wichtige Rolle spielten dabei auch "weiche" Faktoren wie die Versorgung mit Wohnraum. Die Metropolregion plane deshalb ein gemeinsames Monitoring des Wohnungsmarkts.

Grüner Wasserstoff als Energie der Zukunft

Vor allem will man in der Metropolregion sauberen Wasserstoff aus Windkraft zur Energie der Zukunft machen. Genau das sei ein Ziel im neuen Konjunkturprogramm des Bundes, freute sich Niedersachsens Ministerin für Regionalentwicklung Birgit Honé: "Das ist wirklich politisch eine Riesenchance, gerade mit Blick auf die Erneuerbaren Energien, hier einen Schritt nach vorne zu machen und sich gemeinsam aufzustellen." Für die verschiedenen Themenfelder sollen bis Mitte kommenden Jahres erste Ergebnisse vorliegen.

"Grüner" Energiespeicher Wasserstoff

Wasserstoff ist keine Energiequelle wie Erdöl, Wind oder Sonnenenergie, sondern ein Energiespeicher. Von Natur aus kommt Wasserstoff nur in gebundener Form vor, etwa in Wasser oder Erdgas. Um das farblose chemische Element aus dieser Bindung abzuspalten, ist Energie notwendig. Um umweltfreundlichen Wasserstoff zu erzeugen, werden regenerative Energien wie Solar­ oder Windenergie verwendet, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten (Elektrolyse).

Regenerativ erzeugter "grüner" Wasserstoff ist ein Schlüsselenergieträger der Energiewende. Er kann nach Darstellung von Experten auch zeitliche und räumliche Schwankungen der Stromgewinnung aus Solar- oder Windenergie ausgleichen.

Ein Großteil des in Deutschland produzierten Wasserstoffs ist allerdings "grauer Wasserstoff": Er entsteht als Nebenprodukt in der Chemieindustrie oder wird aus fossilen Energieträgern erzeugt. Bei dem Verfahren wird das Treibhausgas Kohlendioxid ausgestoßen. (Quelle: dpa)

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OECD-Berichte zur Entwicklung der Metropolregion Hamburg liegen auf einem Stapel © picture alliance / dpa Foto: Daniel Bockwoldt

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.06.2020 | 20:00 Uhr

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