Messerangriff auf Frau: 57-Jähriger in Hamburg vor Gericht

Stand: 23.08.2022 17:36 Uhr

Der Vater der seit Jahrzehnten vermissten Hilal muss sich seit Dienstag vor dem Hamburger Landgericht verantworten. Er soll im April dieses Jahres versucht haben, seine Ehefrau zu erstechen. Die wollte sich offenbar von ihm trennen.

Nur durch den Zusammenhalt der Familie habe er die schwere Zeit seit dem Verschwinden von Hilal überstanden. Das hat der Vater seine Anwältin sagen lassen. Die Familie habe so viel erlebt - da habe es ihn rasend gemacht, als seine Frau ihm am 5. April sagte, dass sie ihn nicht lieben würde und sich trennen wolle. Laut Anklage ging der 57-Jährige in die Küche, holte ein Messer und versuchte damit, auf seine Frau einzustechen. Eine 32-jährige Tochter, die gerade ebenfalls in der Wohnung im Stadtteil Bahrenfeld war, ging dazwischen. Sie und die Mutter wurden an den Händen verletzt.

Beide verletzte Frauen wollen keine Aussage machen

Die beiden Frauen sagen nicht gegen den Angeklagten aus. Sie berufen sich auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht. Sie sitzen aber im Zuschauerraum in der ersten Reihe. Die 55-jährige Mutter schluchzt, als die Anwältin ihres Mannes die Erklärung verliest und darin auch noch einmal die Geschichte vom Verschwinden der kleinen Tochter erzählt. Darin heißt es: "Wir waren eine glückliche Familie- bis zu diesem schicksalhaften Tag."

Urteil wohl im September

Die Anklage gegen den 57-Jährigen lautet auf versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Mit der Beweisaufnahme geht es am 29. August weiter. Der Pressesprecherin des Gerichts zufolge ist im September mit einem Urteil zu rechnen.

Weitere Informationen
Mit diesem Foto sucht die Hamburger Polizei 1999 nach der vermissten Hilal.

Die Polizeireporter: Wo ist Hilal?

Die Polizeireporter sprechen mit Hilals Bruder Abbas Ercan über die traumatischen Auswirkungen des Verbrechens auf die Familie. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.08.2022 | 17:00 Uhr

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