Maskenverweigerer in Hamburg muss Geldstrafe zahlen

Stand: 08.07.2021 18:21 Uhr

Ein Kaufmann aus Hamburg-Winterhude hatte ein gefälschtes Gesundheitsattest vorgezeigt, um trotz Maskenpflicht keinen Mund-Nasen-Schutz tragen zu müssen. Das Hamburger Amtsgericht hat ihn am Donnerstag zu einer Strafe von 2.000 Euro verurteilt.

Das Attest hatte er von einem Arzt aus Österreich bekommen. Dieser sehe sich selbst nach eigenen Angaben als "Mischung aus Franz von Assisi und Buddha", sagte der ehemalige Wiener Arzt. Die Behörden in Österreich haben dem Mediziner seine Zulassung inzwischen entzogen. Zuletzt hatte dieser tausendfach falsche Atteste in alle Welt geschickt, die ihre Besitzerinnen und Besitzer von der Maskenpflicht befreien sollten. So auch den 51-jährigen Käufer aus Winterhude. Er bestritt vor dem Amtsgericht, dass das Attest falsch ist. Er hätte voriges Jahr mit dem Arzt in Österreich telefoniert, ehe der ihm das Attest ausstellte. Dieser sei ihm schon Jahre vorher als guter Mediziner empfohlen worden und einen Hausarzt in Hamburg habe er nicht. Er sei eigentlich sehr gesund, so der Angeklagte.

Richter: "Attest über Kontaktformular bestellt"

Der Richter glaubte ihm allerdings nicht. "Sie haben das Attest einfach über das Kontaktformular des Arztes im Internet bestellt," sagte er dem 51-Jährigen. "Da hat vorher keine Untersuchung stattgefunden - auch nicht am Telefon." Das Attest hat das Amtsgericht behalten. Der österreichische Ex-Arzt lebt inzwischen in Tansania.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 Aktuell | 08.07.2021 | 17:00 Uhr

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