Stand: 21.05.2019 21:10 Uhr

Mann nach Schlägerei fast blind: Prozess-Start

Die Folgen eines brutalen Familienstreits werden seit Dienstag vor dem Hamburger Amtsgericht verhandelt. Ein 27-Jähriger ist wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt, weil er einem anderen Mann vor drei Jahren schwere Augenverletzungen zugefügt hatte. Der Student beruft sich auf Notwehr.

"Ich hatte Todesangst"

Der Angeklagte sieht sich nicht als Täter, sondern als Opfer: Sein Kontrahent, der Ex-Freund seiner Schwester, habe ihn schon lange bedroht. An jenem Februarabend habe der 35-Jährige ihn auf dem Heiligengeistfeld mit einem Baseballschläger angegriffen. Der Angeklagte habe sich gewehrt, beide seien hingefallen. "Ich hatte Todesangst," sagte der 27-Jährige vor Gericht. "Da muss ich meine Finger in seine Augen gedrückt haben."

Rache mit Auftragskiller misslang

Sein Kontrahent ist seither auf einem Auge blind, auf dem anderen kann er fast nichts mehr sehen. Die Feindschaft zwischen den beiden Familien aus dem Karoviertel eskalierte nach den Geschehnissen auf dem Heiligengeistfeld noch weiter: Der fast blinde Mann und seine Mutter wollten nämlich Rache. Sie versuchten, einen Auftragskiller anzuheuern, der den jetzt Angeklagten umbringen sollte. Allerdings gerieten sie an einen verdeckten Ermittler der Polizei und sitzen nun wegen versuchter Anstiftung zum Mord für über vier Jahre im Gefängnis.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 21.05.2019 | 19:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Hamburg

02:13
Hamburg Journal
02:15
Hamburg Journal
02:01
Hamburg Journal