Sendedatum: 25.09.2020 11:00 Uhr

Kündigung rechtens: Gericht macht Weg frei für "Paulihaus"

Die Klägerin im Prozess um die Kündigung des "Maharaja" steht vor dem Gerichtsgebäude in Hamburg. © NDR Foto: Elke Spanner
Nach dem Urteil enttäuscht: Die Inhaberin des Restaurants "Maharaja".

Das sogenannte Paulihaus an der Budapester Straße im Hamburger Stadtteil St. Pauli kann gebaut werden. Das Hanseatische Oberlandesgericht hat am Freitag entschieden, dass die Inhaberin eines indischen Restaurants auf dem Grundstück ihr Lokal räumen muss. Das Gericht bestätigte die Kündigung und ließ keine Revision zu. Damit ist der Rechtsstreit endgültig entschieden.

Die Inhaberin des Lokals "Maharaja", Kathrin Guthmann, im indischen Sari gekleidet, verließ nach dem Urteil sichtbar enttäuscht das Gerichtsgebäude. Sie fühle sich wie auf einem Begräbnis, sagte sie anschließend. Und so war auch die Stimmung der rund 30 Unterstützerinnen und Unterstützer, die zur Urteilsverkündung gekommen waren.

Umstrittenes Projekt

Das geplante "Paulihaus" ist umstritten. Die Stadt will auf dem Gelände ein sechsstöckiges Bürogebäude bauen, in das unter anderem eine Werbeagentur einziehen soll. Sie hatte der Inhaberin des Restaurants "Maharaja" deshalb eine Sonderkündigung geschickt. Das Landgericht hatte diese noch für unrechtmäßig erklärt, das Oberlandesgericht aber urteilte nun, die Stadt sei zur Sonderkündigung berechtigt.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.09.2020 | 11:00 Uhr

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