Stand: 01.09.2018 08:40 Uhr

Kommentar: Hamburger Schulpolitik gefordert

von Andreas Gaertner

Das Positionspapier der Gymnasial-Schulleiter zur Hamburger Schulpolitik schlägt hohe Wellen. Sie bemängeln unter anderem, die Allgemeinbildung der Hamburger Schüler sei - trotz Abi - zu schlecht. Auf zwölf Seiten hat die Vereinigung der Schulleiter der Gymnasien deshalb Kritik-Punkte und Verbesserungsvorschläge aufgelistet. Und bekommt von vielen Seiten Beifall - zu Recht?

Schüler grübeln über ihren Prüfungsunterlagen. © dpa - Bildfunk Fotograf: Frank Rumpenhorst

Schulleiter der Gymnasien kritisieren Abi

NDR 90,3 -

Die Gymnasial-Schulleiter bemängeln die Allgemeinbildung der Abiturienten und kritisieren die Hamburger Schulpolitik. Ihre Forderungen sind berechtigt, meint Andreas Gaertner in seinem Kommentar.

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NDR 90,3 Redakteur Andreas Gaertner kommentiert die Kritik der Gymnasial-Schulleiter.

Ja, die Schulleiter der Gymnasien haben recht! Und ihre Forderungen sind berechtigt. Auch dass jetzt in Hamburg hoffentlich eine neue Diskussion über Bildungsinhalte beginnt ist gut. Das Urteil der Schulleiter ist hart: an ihren Schulen würden zu viele schwache Leistungen toleriert, sagen sie. Sind die Gymnasiasten heutzutage also fauler? Lernen sie zu wenig? Sicherlich nicht. Sie lernen nicht richtig. Und durch die derzeitigen Abi-Regelungen werden sie dazu gezwungen. In erster Linie wird eiskalt kalkuliert, was fürs Abi zählt oder den Abi-Schnitt verbessert. Und entsprechend werden Kurse ausgewählt und gelernt. In der Folge fallen musische Fächer, eine breite naturwissenschaftliche Bildung oder zusätzliche Fremdsprachen unter den Tisch. Typisch für eine Zeit, die Effizienz und Rankings über alles stellt.

Schulleiter fordern bessere Bedingungen

Die Schulleiter der Gymnasien fordern einen neuen Kurs. Zum Beispiel auch mehr Tempo bei der Digitalisierung der Schulen und ein moderneres Arbeitszeitmodell für Lehrkräfte, das den heutigen Herausforderungen gewachsen ist. Vor allem aber wollen sie über Bildungsinhalte und neue Abi-Regeln sprechen. Und dabei sollten alle konstruktiv mitmachen, denn das Problem ist viel älter als die derzeitige Regierung. Wir hatten in den vergangenen 20 Jahren neben einer Grünen auch CDU- und FDP-Schulsenatoren. Und alle haben sie an der Schulpolitik herumgedoktert.

Christian Gefert, Schulleiter, Marion-Dönhoff-Gymnasium © NDR

Wissenslücken: Schulleiter schlagen Alarm

Hamburg Journal -

Hamburger Schulleiter schlagen Alarm und kritisieren: Abiturienten haben keine gute Allgemeinbildung, der Unterricht ist zu stark auf Deutsch, Englisch und Mathematik ausgerichtet.

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Schulsenator Rabe ist gefordert

Der derzeitige SPD-Schulsenator Ties Rabe hatte zuletzt wenig Gegenwind. Er bekam sogar Lob für gestiegene Schüler-Leistungen und seine Bemühungen um das Zentralabitur. Damit ist erst mal Schluss. Die Gymnasial-Schulleiter haben die Finger gleich in mehrere offene Wunden gelegt. Auch wenn der Schulsenator sie insgeheim für ihren Aufschlag verfluchen mag. Er muss jetzt mitspielen und liefern.

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Mehr Hausaufgaben: Rabe verteidigt Forderung

Die Forderung von Hamburgs Schulsenator Rabe, Schülern mehr Hausaufgaben aufzugeben, hat viel Kritik hervorgerufen. Im Interview mit NDR 90,3 verteidigte er seine Position. (20.08.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Der Hamburg-Kommentar | 01.09.2018 | 08:40 Uhr

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