Eine Person steht auf Stiefel auf Kopfsteinpflaster. © picture alliance / dpa Foto: Christian Charisius

Hostel für Prostituierte steht vor dem Aus

Stand: 23.09.2021 10:45 Uhr

Ein einmaliges Projekt steht kurz vor dem Aus - ein Hostel für Prostituierte in Hamburg. 70 Plätze standen für diejenigen während der Corona-Pandemie zur Verfügung, die drohten ohne Job obdachlos zu werden. Ende des Jahres ist Schluss.

Schon Ende September soll das Angebot auf 20 Plätze verkleinert werden. Die Sozialbehörde argumentiert, dass nicht mehr so viele Prostituierte im Hostel übernachten würden, wie zu Beginn der Pandemie. Seit Mitte Juni dürfen sie wieder arbeiten. Die Gefahr der Obdachlosigkeit damit sei damit nicht mehr so groß.

Kosten von rund 675.000 Euro

Rund 300 Frauen, vor allem solche, die auf dem Straßenstrich arbeiten, haben das Angebot bisher angenommen. Außerdem konnten sie sich in Gesundheitsfragen und über Ausstiegsmöglichkeiten beraten lassen. Rund 675.000 Euro hat die Stadt bislang in diesem Jahr dafür ausgegeben.

Hoffnung auf langfristiges Projekt

Die beteiligten Beratungsstellen hatten gehofft, dass das Projekt längerfristig bestehen bleibt. Auch Cansu Özdemir, Vorsitzende der Linksfraktion, meint, der Bedarf sei nach wie vor riesig. Das Projekt jetzt zu schließen sei unnötig, unmenschlich und absolut fahrlässig.

Weitere Informationen
Eine Prostituierte liegt auf einem Bett.  Foto: Oliver Berg

Corona: Hostel für Prostituierte - wird Projekt verlängert?

Seit Beginn der Pandemie haben mehr als 300 Prostituierte das Angebot der Hamburger Sozialbehörde angenommen. (20.07.21) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.09.2021 | 11:00 Uhr

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