Hamburg Alkohol-Verkaufsverbot im Schanzenviertel aufgrund einer behördlichen Verfügung darf am Wochenende kein Alkohol durch Kioske und einige andere Geschäfte im Schanzenviertel verkauft werden. © picture alliance / rtn - radio tele nord Foto: Frank Bründel

Hamburgs Sperrstunde wird weitgehend eingehalten

Stand: 18.10.2020 20:54 Uhr

Wegen des Coronavirus müssen zwischen 23 und 5 Uhr früh Gaststätten in Hamburg schließen. Die Polizei hat die Einhaltung kontrolliert und kaum Verstöße festgestellt. Auf St. Pauli wurde eine illegale Party aufgelöst.

Um kurz vor 23 Uhr trafen die ersten Polizisten auf dem Schulterblatt ein. Wenige Minuten später waren fast alle Bars und Restaurants geschlossen. Die meisten Barbesitzer hatten schon lange vor der Sperrstunde damit begonnen, die Stühle hochzustellen. So wie die Mitarbeiter der Bar "Katze", die vor wenigen Wochen wegen Corona-Fällen sogar geschlossen war. Nach Informationen von NDR 90,3 hatten Gäste, die die Lokale zur Sperrstunde verlassen mussten, zumeist kein Problem damit.

Party mit fast 90 Menschen aufgelöst

Doch offenbar nicht alle haben sich an die Sperrstunde gehalten. Auf der Reeperbahn löste die Polizei eine illegale Party mit fast 90 Gästen auf. Dort gab es keine Kontaktliste, viel Alkohol und renitente Partygäste - auch nah der Sperrstunde um 23 Uhr. Gegen 1.20 Uhr waren Beamte während einer Streife auf mehrere Menschen aufmerksam geworden, die sich vor einem Club auf der Reeperbahn versammelt hatten. Einige von ihnen gingen in das Gebäude - das kam den Beamten verdächtig vor und so kontrollierten sie den Club, fanden aber niemanden.

Kellerraum verbarrikadiert

Weil in der Garderobe aber ungewöhnlich viele Jacken hingen, suchten sie weiter und fanden in einem zunächst verschlossenen Kellerraum die fast 90 Menschen. Sie hatten die Kellertür mit Bänken, Fahrrädern und Eisenstangen verbarrikadiert und wurden von der Polizei einzeln aus dem Club geführt. Mindestens drei Menschen kamen in Gewahrsam.

Strengere Regeln seit Sonnabend in Kraft

Seit Sonnabend gelten wegen steigender Corona-Zahlen in Hamburg strengere Regeln. Auf zahlreichen öffentlichen Plätzen wie dem Spielbudenplatz auf St. Pauli oder dem Alma-Wartenberg-Platz in Ottensen galt zudem bereits eine Maskenpflicht auch im Freien. Das sehen die Regeln unter anderem vor:

  • Veranstaltungen ohne feste Sitzplätze sind im Freien nur noch mit bis zu 100 Teilnehmenden zulässig.
  • Veranstaltungen ohne feste Sitzplätze in geschlossenen Räumen dürfen mit höchstens 50 Menschen stattfinden.
  • Wenn während der Veranstaltung Alkohol ausgeschenkt wird, reduziert sich die Anzahl der zulässigen Teilnehmenden jeweils um die Hälfte.

Gastwirte kritisieren die strengen Auflagen

Kritik an der Sperrstunde kommt sowohl vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga wie von einzelnen Wirten. Niels Boeing, Sprecher des Barkombinats, einem Zusammenschluss von Clubs in Hamburg, sagte im NDR Hamburg Journal: "Die Stimmung ist ratlos, verzweifelt wütend. Vor allem regt alle auf, dass es keine Kommunikation im Vorfeld gab." Der Hamburger Dehoga-Vorsitzende Franz Klein forderte am Freitag den Senat auf, sowohl das Beherbergungsverbot als auch die Sperrstunde für die Gastronomie zu streichen. Für ihn ist weder das eine noch das andere ein geeignetes Mittel zur Eindämmung der Pandemie, stürze aber eine ganze Branche in die Krise. Die allermeisten Wirte würden sich sehr genau an alle Vorgaben halten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Hamburg Journal | 18.10.2020 | 08:00 Uhr

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