Zwei Männer bringen eine Solaranlage auf das Dach einer Schule an. © NDR Foto: Screenshot

Hamburgs Solar-Offensive: Jetzt geht es los

Stand: 17.10.2021 09:46 Uhr

Die geplante Ampel-Koalition im Bund hat es als Ziel definiert und auch in Hamburg ist es schon länger ein Thema: Ohne Photovoltaik, also Strom aus Sonnenenergie, wird die Energiewende stecken bleiben. Bislang allerdings sieht man auf Hamburger Dächern noch nicht viel. Die Stadt möchte jetzt mit gutem Beispiel vorangehen.

Tempo ist gefragt, nicht nur das Wetter muss mitspielen, bis zum Schulbeginn am Montag soll die Anlage komplett sein. Die Stadtteilschule in Horn wird als erste mit einer Solaranlage ausgerüstet. Die Rahmenbedingungen stimmen hier: ein großes Flachdach, keine Bäume im Weg und eine gute Begehbarkeit. "Es kommt natürlich neben der Verschattung oder Nicht-Verschattung eben auch darauf an, ob die Statik eines Gebäudes die zusätzlichen Lasten einer PV-Anlage aushält. Und auf ganz viele andere Sachen, wie den Elektroanschluss im Gebäude", sagt Christian Pfister von Hamburg Energie.

90 Dächer in der engeren Auswahl

440 Module werden es am Ende sein, das reicht, um den Strombedarf der Schule zu einem Drittel zu decken. Trotzdem lohnt sich Photovoltaik im Norden, auch weil die Preise für die Hardware im Laufe der Jahre stark gesunken sind. Bei einer ersten Sondierung der Schulgebäude sind an die 90 Dächer in die engere Auswahl für eine Solaranlage gekommen. "Deswegen achten wir auch darauf, dass der Strom vor Ort verbraucht werden kann. Das ist heutzutage bei der Photovoltaik das A und O. Die staatliche Förderung ist so niedrig geworden, dass sich Anlagen ohne Eigenverbrauch eigentlich so gut wie nicht mehr rechnen", so Pfister.

400 Schulen bekommen Solaranlagen

Das gilt auch für Privathaushalte - immer mehr Firmen bieten vermeintlich unkompliziert sogenannte Komplettpakete an. Mit Batteriespeicher erreichen die schnell den Gegenwert eines Kleinwagens. Ob das Dach überhaupt für eine Solaranlage geeignet ist, stellen die Beraterinnen und Berater sofort am Telefon mit einem Blick per Google Earth fest - Verbraucherschützende warnen, hier lieber einer unabhängigen Energieberaterin oder einem unabhängigen Energieberater zu vertrauen. Bei der Stadt sollen perspektivisch rund 400 Schulen mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet werden, dazu könnten weitere 700 städtische Gebäude kommen.

Das Ziel: Strom für 50.000 Haushalte

"Es ist auch unser Plan im Schulbau, dass wir jeden Neubau erst mal grundsätzlich mit einer Photovoltaik-Anlage versehen wollen. Die werden nicht unbedingt alle schon direkt aufgebaut, da wir ja mit Hamburg Energie Solar eine Kooperation haben, ist es auch möglich, dass Neubauten vorgerüstet werden und danach eine Anlage auch gebaut wird", sagt Julia Beeck vom Schulbau Hamburg. Hamburgs Ziel sind 100 Megawatt Leistung, damit ließen sich rund 50.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 17.10.2021 | 19:30 Uhr

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