Stand: 26.11.2019 19:02 Uhr

Hamburgs Klimaplan liegt zur Abstimmung bereit

Straßenverkehr auf der Stresemannstraße © dpa-Bildfunk Foto: Daniel Bockwoldt
Der Verkehr ist in Hamburg für mehr als ein Viertel des CO2-Ausstoßes verantwortlich.

Die Verhandlungen über Hamburgs neuen Klimaplan gehen auf die Zielgerade. Nach monatelangem politischen Tauziehen soll das Papier laut Informationen von NDR 90,3 am kommenden Dienstag, dem 3. Dezember, im Senat verabschiedet werden. Strittig war vor allem, wie die Behörden ihre jeweiligen CO2-Sparziele erreichen sollen.

Diskussionen über Verkehr

Beim Einsparen von Kohlenstoffdioxid liegt der Verkehr klar im Fokus der Debatte. Denn dort entsteht laut Statistikamt Nord mehr als ein Viertel des Hamburger CO2-Ausstoßes. Tendenz steigend. Umweltschutzorganisationen wie der BUND fordern darum, das Autofahren in der Stadt unattraktiver zu machen. Etwa mit höheren Parkgebühren oder weniger Parkplätzen.

Öffentlichen Nahverkehr ausbauen

Solche Pläne tauchen im Klimaplan des Senats allerdings nicht auf, wie NDR 90,3 aus Behördenkreisen erfuhr. Stattdessen will der rot-grüne Senat Busse und Bahnen stark ausbauen, damit Hamburger und Hamburgerinnen sowie Pendler und Pendlerinnen von auswärts freiwillig auf das Auto verzichten.

Radverkehr spielt untergeordnete Rolle

Zwar soll auch der Radverkehr gefördert werden, der Fokus des Klimaplans liegt laut Insidern allerdings beim öffentlichen Nahverkehr. Denn viele Autofahrer und Autofahrerinnen legen so weite Strecken zurück, dass das Rad für sie keine Alternative ist. Der Bau einer Straßenbahn sei nicht vorgesehen. Außerdem sollen Abkommen mit der Industrie getroffen werden und Gebäude saniert werden.

Tschentscher setzte auf Bus und Bahn

"Wenn der Klimaplan in Hamburg jetzt fertig ist, kann man sagen, dass der belastbarste und sorgfältigste und realistischste Klimaplan ist, den Deutschland kennt. Wir müssen sozusagen auf Bus und Bahn stärker setzen. Das ist ein viel größeres Umstiegspotenzial als das, was wir sonst erreichen können. Der Radverkehr spielt auch eine Rolle. Auch dort wollen wir den Anteil erhöhen. Aber der Verkehr ist ein Sektor, in dem sehr viel CO2 Einsparung möglich ist", sagte Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD).

Neben dem Klimaplan will der Senat in der kommenden Woche auch ein rechtlich bindendes Klimagesetz beschließen. Nach dem Senat muss noch die Bürgerschaft zustimmen. Dies gilt aber als sicher.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 26.11.2019 | 19:00 Uhr

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