Abgeordnete verfolgen die Sitzung der Hamburgischen Bürgerschaft im Rathaus. © picture alliance / dpa Foto: Daniel Reinhardt

Hamburgische Bürgerschaft erinnert an Opfer des Anschlags von Hanau

Stand: 24.02.2021 15:27 Uhr

Ein Jahr nach dem rassistischen Anschlag von Hanau hat die Hamburgische Bürgerschaft am Mittwoch an die Todesopfer erinnert. Alle Fraktionen bis auf die AfD waren sich einig, dass es sich um eine rechtsextremistisch motivierte Tat handelte.

Vertreterinnen und Vertreter von SPD, Grünen, CDU, Linken und FDP forderten alle demokratischen Kräfte auf, gegen Rassismus und Rechtsextremismus in der Gesellschaft zusammenzustehen. SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf verwies darauf, dass Hanau kein Einzelfall sei. Der Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Maryam Blumenthal von den Grünen sagte: "Gedenken ist wichtig, um nicht zu vergessen und Handeln ist wichtig, um die Geschichte nicht zu wiederholen."

Was in Hanau passiert sei, könne überall passieren, warnte CDU-Fraktionschef Dennis Thering. Er verwies auf die zunehmende Radikalisierung im Internet und warnte vor Populismus. "Worte dürfen nicht zur Radikalisierung führen bei Menschen, die nur darauf gewartet haben, dass es endlich einmal einer ausspricht." Der Anschlag sei auch nach einem Jahr noch nicht vollständig aufgearbeitet, sagte der Innenexperte der Linksfraktion, Deniz Celik. Er forderte eine schonungslose Aufklärung der Tat.

AfD sorgt für Empörung

AfD-Fraktionschef Alexander Wolf sorgte in der Aktuellen Stunde für Empörung, als er die Ermordung von neun Menschen mit migrantischen Wurzeln als Tat eines psychisch kranken Einzeltäters darstellte, die nun politisch instrumentalisiert werden solle. Damit erkläre er den Familien der Opfer, dass ihre Angehörigen "quasi zufällig ums Leben gekommen sind", sagte Innensenator Andy Grote (SPD). "Das ist infam, das ist unfassbar." Grote kündigte erneut an, den Einfluss von Rechtsextremisten in der AfD in Hamburg im Blick zu behalten.

Am Abend des 19. Februar 2020 hatte der 43-jährige Tobias R. neun Menschen an mehreren Orten in der hessischen Stadt Hanau erschossen, bevor er mutmaßlich seine Mutter tötete und anschließend sich selbst. Zuvor hatte er Pamphlete und Videos mit Verschwörungstheorien und rassistischen Ansichten im Internet veröffentlicht.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.02.2021 | 15:00 Uhr

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