Stand: 20.07.2019 09:21 Uhr

Hamburger Uni wird Exzellenzuniversität

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Freut sich über Reputation und Fördergelder: Uni-Präsident Lenzen.

Jubel, Konfetti und Sekt in der Universität Hamburg: Die Hochschule ist nun eine Exzellenzuniversität. Am Freitag fiel in Bonn die Entscheidung, dass die Hochschule der Hansestadt ebenso wie neun weitere deutsche Universitäten und ein Universitätsverbund diesen begehrten Titel tragen darf. 19 Hochschulen waren in der Endrunde. Uni-Präsident Dieter Lenzen freute sich über einen "großen Reputationsgewinn". Auch für die Resonanz in der Stadt, für die Beschäftigten und Studierenden der Universität sei der Erfolg wichtig.

Weitere norddeutsche Kandidaten gehen leer aus

Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ging leer aus. Auch die niedersächsischen Hochschulen erhalten keinen Titel. Beworben hatten sich aus der Region die Leibniz Universität und die Medizinische Hochschule Hannover als Verbund "Leibniz Alliance" sowie die TU Braunschweig.

Bürgermeister Tschentscher: "Zukunft Hamburgs hängt an Wissenschaft"

Die Namensliste wurde am Freitagnachmittag in Bonn verkündet, rund 150 Gäste verfolgten das per Livestream in der Universität Hamburg (UHH), darunter auch Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Er sagte: "Die Zukunft Hamburgs hängt nicht nur am Hafen und der Wirtschaft, sondern jetzt noch mehr an der Wissenschaft und ihrer Kraft, Zukunftsprobleme zu lösen". Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) wirkte in Bonn in der Auswahlkommission mit. Sie sagte: "Ich gratuliere nicht nur der Universität, sondern allen, die daran beteiligt waren. Das ist wirklich ein ganz großer Tag für die Wisenschaft und Freude und Ehre gleichermaßen."

Bis zu 15 Millionen Euro pro Jahr Fördergelder

Neben viel Renommee bedeutet der Erfolg auch auch eine deutliche Aufbesserung der jährlichen Einnahmen. Als ausgewählte Exzellenzuni kann eine einzelne Hochschule mit jährlich 10 bis 15 Millionen Euro rechnen, Universitätsverbünde mit 15 bis 28 Millionen Euro. Denn Bund und Länder stellen jährlich insgesamt 148 Millionen Euro bereit - zunächst bis 2026. Dreiviertel davon übernimmt der Bund, ein Viertel das jeweilige Bundesland.

Die Uni Hamburg kann in den kommenden sieben Jahren also insgesamt mit rund 100 Millionen Euro rechnen. Sie sollen in 24 Projekte fließen - unter anderem in Angebote zur Allgemeinbildung der Studierenden. Für die Bewerbung um den Status Exzellenzuniversität mussten die Hochschulen genau darlegen, wofür sie das Geld ausgeben möchten. Die UHH hatte bei der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern im Herbst 2018 bereits vier mit Millionensummen geförderte Exzellenzcluster - vom Bund besonders ausgestattete Forschungsvorhaben - abgeräumt.

Die UHH feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Es gibt an der Universität rund 42.000 Studierende.

AStA fordert flächendeckend gute Finanzierung

Der Allgemeine Studierendenausschuss Hamburg (AStA) sprach zwar Glückwünsche aus, äußerte aber auch Kritik: "Trotz aller Freude: Wissenschaft ist ein Dialog, den man miteinander führt - und nicht gegeneinander", sagte der Vorsitzende Karim Kuropka. Der AStA befürchtet, "dass durch die Exzellenzstrategie ein Zwei-Klassen-System etabliert wird, das einerseits zu hoch spezialisierten Leuchtturmuniversitäten und andererseits zu Massenabfertigungsunis führt". Gebraucht werde flächendeckend eine gute Finanzierung.

Titel wurde 2006 erstmals verliehen

2004 hatte die damalige Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) die Idee ins Spiel gebracht, einen Wettbewerb unter deutschen Hochschulen zu starten, sodass die Gewinner mit viel Bundesgeld "zu international sichtbaren Leuchttürmen der Forschung" werden. 2006 wurde dann der Titel "Exzellenzuniversität" zum ersten Mal verliehen. In der diesjährigen "Exzellenzkommission" saßen insgesamt 39 internationale Vertreter aus der Wissenschaft, außerdem die Bundesbildungsministerin und die Bildungs- und Forschungsminister der 16 Bundesländer.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 19.07.2019 | 18:00 Uhr

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