Hamburger Hospizwoche: Arbeiten in der Corona-Pandemie

Stand: 10.10.2020 19:53 Uhr

Die Corona-Kontaktbeschränkungen haben die Sterbebegleitung erschwert. Dabei sind todkranke Menschen auf Kontakte angewiesen.

Unter dem Motto "Solidarität bis zuletzt" machen Hospize und Palliativdienste heute, am Welthospiztag, auf ihre Arbeit aufmerksam. Viele Veranstaltungen zum Welthospiztag und in der sich anschließenden Hamburger Hospizwoche finden online statt. Die Corona-Pandemie habe die Tätigkeit der professionellen und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer eingeschränkt, aber nicht völlig unterbrochen, sagte die Leiterin der Hamburger Koordinierungsstelle, Ina Voigt. Zu keiner Zeit habe es einen Aufnahmestopp in den neun Hamburger Hospizen gegeben. Die Betreuung sterbenskranker Menschen sei auf jeden Fall möglich.

Kontaktbeschränkungen erschweren Arbeit

Mit Schutzausrüstung hätten professionelle Helferinnen und Helfer auch Covid-19-Patientinnen und -Patienten ambulant betreut. Allerdings erschweren die weiterhin geltenden Kontaktbeschränkungen die Arbeit. Voigt betonte jedoch: "Menschliche Nähe und Kontakt sind in dieser Situation essenziell." Die Pandemie hat das Engagement der Ehrenamtlichen stark beeinträchtigt. Viele der Helfenden gehörten selbst zur Risikogruppe und hätten sich im März erst einmal zurückgezogen. Andere hätten Briefe an betreute Kranke geschrieben, Hotlines eingerichtet, Telefonate geführt und Balkonbesuche gemacht, um die Kontakte aufrechtzuerhalten.

Veranstaltungen nicht nur online

Die Veranstaltungen der Hospizwoche finden zum Teil auch in der echten Welt statt. Nach vorheriger Anmeldung können Interessierte bei Spaziergängen mit Hospizmitarbeitenden deren Arbeit kennenlernen oder an einem Letzte-Hilfe-Kurs teilnehmen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.10.2020 | 08:00 Uhr

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