Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) äußert sich zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

Hamburger Behörden dürfen jetzt gendern

Stand: 15.06.2021 21:41 Uhr

In den Hamburger Behörden darf künftig Gendersprache verwendet werden. Darauf haben sich die Staatsrätinnen und Staatsräte geeinigt.

Mit der freiwilligen Lösung kann jedes Hamburger Amt selbst entscheiden, wie es Mitarbeitende sowie Bürgerinnen und Bürger anspricht. Erlaubt sind künftig zum Beispiel auch Gender-Sternchen (wie in "Lehrer*in") oder Doppelpunkte ("Lehrer:in").

"Diskriminierungsfrei adressieren"

"Damit schaffen wir die Möglichkeit, alle Menschen diskriminierungsfrei zu adressieren", sagte die Gleichstellungssenatorin und Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) im Gespräch mit NDR 90,3.

Mit der neuen Vorgabe wird ein Senatsbeschluss von 1995 erweitert, in dem erstmals die Gleichbehandlung von weiblichen und männlichen Formen in der Verwaltungssprache vorgeschrieben wurde.

CDU stimmt gegen das Gendern

Die Hamburger CDU lehnte bei einem Parteitag am Dienstagabend die Gender-Sprache von Ämtern ab. "Die Hamburger CDU spricht sich dafür aus, dass in allen Behörden, Schulen, Universitäten und anderen staatlichen Einrichtungen keine grammatisch falsche Gender-Sprache verwendet wird", heißt es in einem Antrag des CDU-Landesvorstands, der eine deutliche Mehrheit fand.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.06.2021 | 17:00 Uhr

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