Stand: 15.07.2020 17:36 Uhr

Hamburg testet Verkehrslösungen der Zukunft

Ein Elektrofahrzeug des Mobilitätsdienstleisters MOIA fährt in der Hamburger Innenstadt. © picture-alliance/dpa Foto: Christian Charisius
Der einfache Umstieg von der Hochbahn in ein Moia-Gruppentaxi und zurück ist eines der Versuchsgebiete.

Hamburg bekommt vom Bund 21 Millionen Euro für neue Verkehrsversuche. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) startete damit das sogenannte "RealLAB Hamburg", ein Reallabor für digitale Mobilität, das elf Mobilitätsprojekte entwickelt. Scheuer erklärte: "Hamburg soll für unser Land das Tor zur digitalen Mobilität werden." Wie locke ich Benutzer eines Dienstwagens dazu, ihn gegen Gratis-Fahrkarten abzugeben? Wie kann man Radfahrer und Fußgänger mithilfe von Sensoren vor Unfällen schützen? Wo kann ich Paketstationen anbieten, die Lieferwagenverkehr verringern? Das sind drei von elf Forschungsgebieten.

Rund 30 Firmen und Institutionen arbeiten zusammen

Das Besondere: Rund 30 Firmen, Nahverkehrsanbieter und Universitäten tauschen alle Erkenntnisse untereinander aus. Was gut läuft, wird beim ITS Weltkongress für Verkehr nächstes Jahr in Hamburg präsentiert. Der ITS-Kongress wird ein Großereignis für die internationale Entwicklung moderner Mobilitätslösungen. "Es soll eine Leistungsschau der deutschen Mobilitätswirtschaft werden", sagte Scheuer.

Hochbahn koordiniert Verkehrsprojekte

Koordiniert wird das Reallabor durch Hamburgs Hochbahn. Sie bringt ein ureigenes Projekt mit ein: Die "HVV-Switch"-App. Auf ihr kann man Tickets kaufen und Anbieter wie "Moia" oder "Share now" buchen. Sie soll Blaupause für andere Städte werden. "Wir wollen Empfehlungen entwickeln, die nicht nur mit theoretischen Erkenntnissen, sondern mit praktischen Erfahrungen unterfüttert sind", sagte Henrik Falk, Chef der Hamburger Hochbahn.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.07.2020 | 17:00 Uhr

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