Stand: 30.04.2019 15:20 Uhr

Hamburg lässt Kitas alle fünf Jahre testen

Die rund 1.100 Hamburger Kitas sollen künftig regelmäßig auf ihre Qualität hin überprüft werden. Zehn neue Mitarbeiter wolle der rot-grüne Senat dafür einstellen, kündigte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Dienstag an. Sie sollen an einer neuen Dienstelle in der Sozialbehörde beschäftigt sein und etwa 200 Prüfungen pro Jahr übernehmen - sodass jede Kita in einem Turnus von fünf Jahren untersucht werden kann. Im Herbst sollen die ersten Prüfungen beginnen, die Kosten belaufen sich laut Leonhard auf 670.000 Euro pro Jahr.

Sozialsenatorin Leonhard

Hamburgs Kitas kommen auf den Prüfstand

Hamburg Journal -

Hamburg will die Betreuungsqualität in Kindertagesstätten verbessern. Sozialministerin Leonhard erklärt, wie das gelingen soll und was der sogenannte Kita-TÜV damit zu tun hat.

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Qualität soll verbessert werden

"Wer sein Kind in Hamburg in eine Kita gibt, kann sicher sein: Es wird dort gut betreut", sagte Leonhard. Das gemeinsam mit den Kita-Verbänden entwickelte Prüfverfahren sei aber nicht nur ein Mittel, die Einhaltung der Standards sicherzustellen. "Wir sehen darin auch ein wichtiges und nach vorne gerichtetes Instrument zur Qualitätsweiterentwicklung."

Die Prüfungen sollen stattfinden, auch wenn es von den Eltern vorher überhaupt keine Beschwerden gegeben hat. Die Prüfer gucken dann, ob genug Erzieher dort arbeiten und ob sich die Kita gut um Kinder mit Behinderungen kümmert. Außerdem soll untersucht werden, wie gut die Kita mit den Eltern und den Grundschulen zusammenarbeitet und ob sie die Schwerpunkte, mit denen sie wirbt, auch tatsächlich anbietet.

Sanktionen sind möglich

Ähnliche Ideen gibt es schon seit fast zehn Jahren - damals sprach die Sozialbehörde noch von einem Kita-TÜV. Doch mit dem gab es rechtliche Probleme, sagte Leonhard. Beim neuen Prüfverfahren stehe das gemeinsame Gespräch mit den Kita-Leitungen und Betreibern im Vordergrund - um eine Konfrontation gehe es nicht. Allerdings sind auch jetzt Sanktionen möglich, wenn eine Kita Auflagen nicht erfüllt. Sollten Mängel festgestellt werden, werde den Kita-Betreibern zunächst eine angemessene Frist zur Nachbesserung gegeben. Eine Veröffentlichung der Prüfergebnisse sei nicht geplant, sagte Leonhard. Diese würden aber der Kita-Führung und den Elternvertretern zugänglich gemacht.

Der Landeselternausschuss - also die Vertretung der Kita-Eltern - begrüßt die neuen Prüfungen. Er hätte sich aber eine stärkere Beteiligung der Mütter und Väter gewünscht. Auch von der Opposition wurde das neue Prüfverfahren grundsätzlich begrüßt. Bemängelt wurde aber, dass die Einführung so lange gedauert habe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.04.2019 | 15:00 Uhr

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