Hamburg: Mehr Geld für Analyse von Drogen- und Waffenchats

Stand: 01.06.2021 20:27 Uhr

Mehr Geld und Personal für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität in Hamburg. Hintergrund sind die umfangreich sichergestellten Daten aus dem EncroChat-Netzwerk.

Bei EncroChat handelt es sich um eine Plattform, über die tausende illegale Tätigkeiten, insbesondere Drogenhandel und Waffengeschäfte abgewickelt wurden. Für Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) war das Entschlüsseln der EncroChat-Daten durch Europol ein Meilenstein in der Kriminalgeschichte. "Sie können mir glauben, dass da im LKA wirklich Jagdfieber ausgebrochen ist", erklärte Grote auf der Landespressekonferenz am Dienstag.

Unter anderem 294.000 Lichtbilder als Beweismaterial

Gut 3.000 Datensätze, unter anderem mit 294.000 Lichtbildern waren von Europol an die Hamburger Staatsanwaltschaft übergeben worden. Viel Arbeit, wie Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne) aufzählte: "Die Ermittlungen führten bereits zur Vollstreckung von mehr als 100 Haftbefehlen, zur Durchführung von rund 220 Durchsuchungen, zur Beschlagnahmung von Bargeld in Millionenhöhe."

Senat will 52 zusätzliche Stellen schaffen

Um diesen Berg bewältigen zu können, rechne man allein am Landgericht mit 25 Prozent mehr Verfahren. Der Senat wolle jetzt 52 zusätzliche Stellen schaffen: den Hauptteil in der Staatsanwaltschaft und den Gerichten. Aber auch die Polizei soll Unterstützung erhalten, unter anderem IT-Spezialisten.

Bereits über 40 Millionen Euro beschlagnahmt

Neun Millionen Euro sollen investiert werden, die sich laut Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) aber schnell auszahlen sollen. Bislang sind schon über 40 Millionen Euro beschlagnahmtes Geld aus Drogen- und Waffengeschäften in den Haushalt der Stadt geflossen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 Aktuell | 01.06.2021 | 16:00 Uhr

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