Stand: 18.04.2020 15:56 Uhr

Hamburg: Demonstration für die Aufnahme von Flüchtlingen

Teilnehmer einer Mahnwache stehen in Sicherheitsabstand zu anderen Aktivisten an der Hamburger Binnenalster. © dpa Foto: Daniel Reinhardt
Demonstrieren in Zeiten von Corona: Die Seebrücke Hamburg setzt sich mit vier kleinen Mahnwachen für die Evakuierung griechischer Flüchtlingslager ein.

In der Hamburger Innenstadt haben am Sonnabend etwa 60 Menschen für die Aufnahme von mehr Geflüchteten in der Hansestadt und für unbehinderte Seenotrettung demonstriert. Wegen der Corona-Pandemie fand die Kundgebung unter besonderen Bedingungen statt, denn auch dabei galt: Abstandsregeln sind einzuhalten.

Vier Mahnwachen statt einer Demo

Aufgerufen zu dem Protest unter dem Motto "Leave No One Behind" hatte das Bündnis Seebrücke Hamburg. Geplant hatte sie eine sogenannte Abstandsmahnwache, eine Menschenkette rund um die Binnenalster, mit etwa 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die wurde von der Polizei jedoch nicht genehmigt. Erlaubt wurden stattdessen vier kleine Mahnwachen, jeweils an den Eckpunkten der Binnenalster - mit zwei Mal 10 Personen und zwei Mal 20 Personen. "Protest im Kleinformat ist unzureichend, aber ein erster Schritt und besser als gar kein Protest", sagte Christoph Kleine, Sprecher des Bündnisses.

"Andere Menschen nicht vergessen"

Teilnehmer einer Mahnwache stehen in Sicherheitsabstand zu anderen Aktivisten an der Hamburger Binnenalster. © dpa Foto: Daniel Reinhardt
"Leave No One Behind" lautet das Motto der vierteiligen Mahnwache rund um die Binnenalster.

Laut Eric Smerling, einem der Anmelder der Demonstration, wolle man weiterhin darauf aufmerksam zu machen, dass Seenotrettung im Mittelmeer weiterhin wichtig sei. Die Seenotrettung im zentralen Mittelmeer wird laut Seebrücke mit direkt tödlichen Folgen verweigert. Gefordert werde ein sicheres Auslaufen für alle Rettungsschiffe im Mittelmeer. Außerdem geht es den Aktivisten darum, gerade jetzt während der Corona-Pandemie, gestrandete Flüchtlinge aus Lagern in Griechenland aufzunehmen. "Die Situation in den Lagern kann jeden Augenblick, jeden Tag zu einer unglaublichen humanitären Katastrophe werden, wenn das Coronavirus die Lager erreichen sollte", so Smerling. Die Menschen seien geschwächt und hätten sehr schlecht Chancen eine Infektion zu überleben. Eine Teilnehmerin ergänzte, im Moment seien verständlicherweise alle sehr mit sich selbst beschäftigt. "Aber, wir dürfen wirklich nicht vergessen, dass es auch noch andere Menschen um uns herum gibt - und die brauchen dringend Schutz und Hilfe", forderte sie.

Die Teilnehmer standen jeweils mit einem Abstand von etwa zwei Metern zueinander an der Alster. Die Mahnwache dauerte ungefähr eine Stunde und wurde von der Polizei aus der Ferne beobachtet.

Aufnahme von 47 unbegleiteten Geflüchteten

Deutschland hat gerade 47 unbegleitete Kinder und Jugendliche aus griechischen Lagern aufgenommen, die am Sonnabend in Hannover gelandet sind. Nach einer 14-tägigen Quarantäne sollen sie auf mehrere Bundesländer verteilt werden.

Weitere Informationen
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47 unbegleitete geflüchtete Kinder sind am Sonnabendvormittag am Hannover Airport gelandet. Die kommenden zwei Wochen verbringen sie in Corona-Quarantäne im Landkreis Osnabrück. (18.04.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.04.2020 | 14:00 Uhr

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