HVV: Nachts fahren keine Busse und Züge mehr in Hamburg

Stand: 06.04.2021 16:29 Uhr

In Hamburg werden die Nachtfahrten von Bussen und Bahnen eingestellt, und zwar beginnend in der Nacht von Donnerstag auf Freitag. Hintergrund ist die Ausgangsbeschränkung wegen der Corona-Pandemie.

Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) teilte am Dienstag mit, dass sowohl Fahrten auf Hamburger Gebiet als auch ins Umland betroffen seien. Menschen, die aus beruflichen oder anderen zwingenden Gründen während der Nacht auf ein öffentliches Verkehrsangebot angewiesen seien, könnten mit einem gültigen HVV-Ticket Sammeltaxis von MOIA im gesamten Stadtgebiet oder des Anbieters ioki in dessen Geschäftsgebiet ohne Zusatzkosten buchen. Normale Taxifahrten gebe es für HVV-Kunden zu stark vergünstigten Konditionen. Die Taxis fahren zu Sonderpreisen von 4 Euro bis 8 Kilometer Entfernung oder 8 Euro darüber hinaus. Für Fahrgäste ohne HVV-Ticket bleibt es bei den geltenden Taxitarifen.

Strikte Nachtruhe

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Immer gut drei Stunden nach dem Beginn der Ausgangsbeschränkung wird der HVV seinen Betrieb einstellen. Zwischen 0 und 1 Uhr fahren die letzten S- und U-Bahnen sowie Busse. Dann gibt es eine strikte Nachtruhe bis etwa 4.30 Uhr. Die Einschränkungen greifen vor allem an Wochenenden, denn da fährt bisher manche S- und U-Bahn im 20- oder 40 Minuten-Takt durch.

Konkret entfallen laut HVV an allen Wochentagen die Fahrten der Nachtbusse, also aller 600er-Buslinien. Von etwa 0.30 Uhr bis etwa 4.30 Uhr sollen zudem auch keine Busse der Ganztagslinien verkehren. Der Nachtbetrieb der S- und U-Bahnen werde in den Nächten von Freitag auf Sonnabend und Sonnabend auf Sonntag zunächst für die beiden kommenden Wochenenden zwischen 0.30 Uhr und 4.30 Uhr eingestellt. Einzige Ausnahme ist die S3 zwischen Stade nach Neugraben, die weiter regulär verkehren soll, weil es in Niedersachsen keine Ausgangsbeschränkung gibt.

Einschränkung gilt bis 18. April

"Wir befinden uns in einer entscheidenden Phase im Kampf gegen die Corona-Pandemie", sagte Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne). Mit der Ausgangsbeschränkung solle eine Überlastung des Gesundheitssystems vermieden werden. "Um dies auch in der städtischen Mobilität abzubilden, haben wir uns dafür entschieden, die Nachtfahrten in Hamburg zunächst bis zum 18. April einzustellen." Für Menschen, die ihre Wohnung dennoch in der Sperrzeit zwischen 21 und 5 Uhr aus triftigem Grund verlassen müssten, habe man "gemeinsam mit Hamburgs Taxis, MOIA und ioki Hamburg ein gutes, günstiges und sicheres Alternativangebot auf die Beine gestellt".

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 06.04.2021 | 17:00 Uhr

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