Stand: 27.03.2019 10:39 Uhr

HHLA prüft Containertransport mit Drohnen

Zukunftsvision: Wie in dieser Visualisierung könnten bald Schwerlastdrohnen Container transportieren.

Eine gigantische Container-Rohrpost, riesige Drohnen, 3D-Druck und autonom fahrende Lastwagen - die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) forscht und experimentiert an völlig neuen Konzepten für den Containertransport. Die werden noch nicht in den nächsten Jahren praktische Bedeutung gewinnen, könnten aber mittelfristig die Container-Logistik umkrempeln. Die Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath sagte in Hamburg. "Dabei geht es immer darum, unseren Kunden die beste Lösung anzubieten, damit sie ihre Waren sicher, schnell und effizient transportieren können".

Einsatz von Schwerlastdrohnen wird erforscht

Bereits jetzt sei es möglich, Lasten bis zu zwei Tonnen Gewicht mit automatischen Fluggeräten zu befördern, so Titzrath. Zuerst werde die technische Machbarkeit geprüft, danach die wirtschaftliche Machbarkeit - und zwar in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut in Harburg. Schwerlastdrohnen könnten laut Titzrath helfen, schnell Platz zu schaffen, wenn große Frachter viele Container auf einen Schlag anliefern.

Gewinn deutlich gesteigert

Wirtschaftlich steht die HHLA derzeit gut da. Sie hat im vergangenen Jahr ein deutliches Wachstum verzeichnet. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen erhöhte sich nach Angaben des Unternehmens vom Mittwoch um knapp 18 Prozent auf 204 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um 3,1 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro.

Höhere Dividende

Das gute Ergebnis sei zum Teil auf die Übernahme des größten Terminalbetreibers in Estland und von weiteren Anteilen an dem Eisenbahnunternehmen Metrans zurückzuführen, so der Konzern. Der Containerumschlag, neben der Zubringerlogistik das Kerngeschäft der HHLA, erhöhte sich lediglich um 1,9 Prozent auf 7,34 Millionen Standardcontainer. Wegen der guten Zahlen erhöht die HHLA die Dividende. Der Hauptversammlung werde eine Ausschüttung von 80 Cent je Aktie vorgeschlagen, nach 67 Cent im Vorjahr. Davon profitiert auch die Stadt Hamburg als größter Anteilseigner.

Für das laufende Jahr erwartet der Vorstand ein weiteres Plus bei Umschlag, Umsatz und Gewinn - trotz eines stagnierenden Containerumschlags. Zulegen soll zum Beispiel der Transport von Containern mit der Bahn. Die HHLA erwirtschaftet damit inzwischen rund ein Drittel ihres Umsatzes - Tendenz steigend. Negative Effekte durch die schwächere Konjunktur und den unsicheren Ausgang des Brexit hofft das Unternehmen abfedern zu können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 27.03.2019 | 12:00 Uhr

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