Stand: 17.08.2020 14:24 Uhr

Gutachten: Sternbrücke soll deutlich länger halten

Neue Runde im Streit um die Sternbrücke: Hamburgs Denkmalrat, der Denkmalverein und der Bund Deutscher Architekten haben sich am Montag für den Erhalt des Bauwerks ausgesprochen. Sie präsentierten ein Gutachten der Kulturbehörde, wonach die denkmalgeschützte Eisenbahnbrücke im Schanzenviertel stabiler sein soll als bekannt.

"Deutlich über 50 Jahre"

Die Hamburger Sternbrücke. © NDR Foto: Reinhard Postelt
Muss die Sternbrücke einem Neubau weichen?

Bahn und Verkehrsbehörde wollen einen Neubau der Brücke, die über Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee führt. Die Begründung: Die alte Sternbrücke halte nur noch wenige Jahre durch. Kristina Sassenscheidt vom Denkmalverein hält dagegen: "Das Gutachten, das jetzt gerade erst veröffentlicht wurde, belegt, dass die Brücke noch eine sehr lange Lebensdauer hätte, nämlich deutlich über 50 Jahre."

Nur punktuelle Sanierung nötig?

Brückenexperte Sven Bardua. © NDR Foto: Reinhard Postelt
Brückenexperte Sven Bardua hält nur punktuelle Sanierungen der Brücke für notwendig.

In dem jetzt vorgelegten Gutachten findet man allerdings auch andere Aussagen: Die am meisten beanspruchte Stelle sei nur neun Jahre garantiert stabil, bei den Längsträgern sind es demnach 17 Jahre. Dennoch sieht der Brückenexperte Sven Bardua nur punktuelle Schäden, die man sanieren könne. "Es ist bisher so gewesen, dass die Bahn immer Neubauten massiv vom Bund gefördert bekam und Altbauten bezeiehungsweise die Sanierung von Altbauten nicht gefördert wurde", sagte Bardua. Der Denkmalrat befürchtet, dass ein großer Brückenneubau das Schanzenviertel verunstalten könnte.

Mehr als 900 Züge fahren täglich drüber

Die Brücke ist nach Bahnangaben einer der meistgenutzten innerstädtischen Gleisabschnitte in Deutschland - mit täglich mehr als 900 S-Bahnen, Regional- und Fernzügen. Knapp 50.000 Fahrzeuge unterqueren die Brücke täglich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 17.08.2020 | 14:00 Uhr

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