Stand: 14.01.2020 14:17 Uhr  - NDR 90,3

Großauftrag der Marine: Blohm + Voss baut mit

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Mit dem "MKS 180" (Visualisierung der Bundeswehr) will das Verteidigungsministerium ein neuartiges Mehrzweckkampfschiff anschaffen.

Die Hamburger Werft Blohm + Voss ist am größten Bauauftrag in der Geschichte der Bundesmarine beteiligt. Zusammen mit der niederländischen Werft Damen baut Blohm + Voss das neue Mehrzweckkampfschiff "MKS 180". Hauptauftragnehmer sind aber die Niederländer.

Größter Auftrag der Marine

Die Blohm + Voss-Mutter Lürssen bestätigte den Auftrag am Dienstag. Wie groß das in Hamburg anfallende Auftragsvolumen genau ist, ist noch unklar. Das Gesamtprojekt gilt mit einem Volumen laut Bundeshaushalt von knapp 5,3 Milliarden Euro als größter Auftrag der Marine seit deren Gründung.

Lürssen hatte sich vor Jahren selbst ebenfalls zusammen mit den ThyssenKrupp-Werften in Emden um den Auftrag bemüht, war aber früh ausgeschieden. Dass die Werftengruppe nun über den Umweg der in der Zwischenzeit übernommenen Werft Blohm + Voss doch dabei ist, ist aber Zufall.

Großauftrag der Marine: Blohm + Voss dabei

Hamburg Journal 18.00 -

Die Marine hat ihren bislang größten Auftrag vergeben: Vom Bau des neuen Mehrzweckkampfschiffs "MKS 180" profitiert auch die Hamburger Werft Blohm + Voss.

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Kritik von der IG Metall

Die IG Metall im Bezirk Küste kritisiert, dass der Auftrag an einen ausländisches Unternehmen gegangen ist. Der Marineschiffbau müsse als Schlüsseltechnologie definiert werden. Dann könnten solche Aufträge ohne europaweite Ausschreibung direkt an deutsche Werften vergeben werden. Die europäische Ausschreibung des "MKS 180" sei eine "industriepolitische Fehlentscheidung" gewesen, kritisierte der Bezirksleiter Küste der IG Metall, Daniel Friedrich.

Laut Marine eine "Allzweckwaffe"

Die Marine bezeichnet das Schiff als "Allzweckwaffe". Das "MKS 180" solle in der Lage sein, "einerseits überall auf der Welt lange Zeit große Seeräume zu patrouillieren, Embargos zu überwachen und notfalls deutsche Staatsbürger und Staatsbürgerinnen aus Krisensituationen zu evakuieren, andererseits im Nordatlantik oder Mittelmeer sich notfalls im Seegefecht gegen andere Kriegsschiffe seiner Art und U-Boote durchsetzen zu können", heißt es auf der Bundeswehr-Homepage. Bisher könne ein einzelner Schiffstyp ein so breites Aufgabenspektrum nicht erfüllen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 14.01.2020 | 12:00 Uhr

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