Stand: 04.03.2019 16:17 Uhr

Genossenschaften protestieren gegen Erbbaurecht

Die Wohnungsbaugenossenschaften in Hamburg protestieren gegen die vom Senat geplante Bodenpolitik. In einem offenen Brief an Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) drohen sie damit, ihren Wohnungsbau auf städtischen Flächen zu stoppen. "Überdenken Sie Ihre Bodenpolitik!" heißt es in dem Appell der Genossenschaften. Sie kritisieren den Plan des Senates, städtische Grundstücke künftig nur im Erbbaurecht zu vergeben.

"Müssten Mieten dann erhöhen"

Dann, so schreibt der Arbeitskreis der Genossenschaften an Tschentscher, müsse man die Grundstücke gleich doppelt und dreifach bezahlen. Bei Vertragsabschluss sei nämlich sofort die gesamte Pacht für 50 bis 75 Jahre zu begleichen. Und bei jeder Verlängerung des Erbbaurechts falle noch mal die volle Pacht an - und das auf Grundlage der steigenden Bodenrichtwerte. Wörtlich heißt es in dem Schreiben: "Schießen die Bodenwerte in die Höhe, müssen wir unsere Mieten drastisch erhöhen."

Drohung: Neubau-Aktivitäten stoppen

Noch liege die Durchschnittsmiete aller 133.000 Hamburger Genossenschaftswohnungen bei nur 6,77 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. Der offene Brief schließt dann mit der Drohung, man werde die Neubau-Aktivitäten auf städtischen Grundstücken einstellen müssen, wenn der Senat nicht einlenke.

Kritik auch vom Immobilienverband

Schon der Verband der mittelständischen Immobilienwirtschaft BFW Nord hatte Ende Februar die Erbpacht kritisiert. Nach meist 75 Jahren würden die betreffenden Grundstücke an die Stadt zurück gehen. Das Risiko würde den Neubau abwürgen, so BFW-Nord-Chef Sönke Struck damals.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 04.03.2019 | 16:00 Uhr

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