Stand: 17.09.2018 16:58 Uhr

Gegen Einsamkeit: Hausbesuche bei Senioren

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Die ersten Briefe an die Senioren verschickte Gesundheitssenatorin Prüfer-Storcks.

Wer im Alter weiterhin selbstständig in den eigenen vier Wänden leben möchte, ist im Alltag oft auf Unterstützung angewiesen. In Hamburg ist nun eine Beratungsstelle an den Start gegangen, um Senioren den Zugang zu Hilfsangeboten zu erleichtern. Ab sofort erhalten alle alten Menschen in Eimsbüttel und Harburg kurz nach ihrem 80. Geburtstag per Post eine Einladung zu einem kostenlosen Gespräch. Die ersten Briefe an die 80-jährigen Geburtstagskinder tütete Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Montag persönlich ein. Erste Beratungen sind bereits für Oktober geplant.

"Hilfsbedarf erkennen"

Die neue Beratungsstelle "Hamburger Hausbesuch für Seniorinnen und Senioren" ist ein Pilotprojekt, das zunächst bis Ende 2020 laufen soll. Danach wird entschieden, ob das Angebot auch auf andere Stadtteile ausgeweitet wird. Die Beratungsstelle solle "Hilfsbedarf erkennen und erfüllen sowie einer eventuell drohenden Vereinsamung vorbeugen", erklärte Cornelia Prüfer-Storcks (SPD). Ziel des neuen Hausbesuchs ist es, dass alte Menschen möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden leben können.

Unterstützung kann unterschiedlich ausfallen

Die konkrete Unterstützung werde sich an den individuellen Bedürfnissen der alten Menschen orientieren und könne deshalb ganz unterschiedlich ausfallen, sagte ein Sprecher der Gesundheitsbehörde. So können Besuchspersonen den Kontakt zu geeigneten Pflegeeinrichtungen herstellen, aber zum Beispiel auch bei der Suche nach einem Chor in der Nachbarschaft helfen.

Wer nicht zu Hause besucht werden möchte, kann sich mit der Besuchsperson auch im Bezirksamt treffen. Außerdem kann ein Angehöriger oder ein Freund bei dem Gespräch mit dabei sein. Und wer keinen Besuch möchte, braucht einfach nur telefonisch abzusagen.

Mehr als 90.000 Hamburger über 80

Dafür wurden bislang rund 20 Pflegekräfte, Sozialarbeiter, Pädagogen und Gesundheitswissenschaftler gezielt ausgebildet. In den kommenden Monaten sollen weitere Schulungen stattfinden. Organisiert wird der Hausbesuch im Auftrag der Stadt vom Albertinen-Haus in Schnelsen. Insgesamt leben in Hamburg laut Gesundheitsbehörde derzeit mehr als 90.000 Menschen, die älter als 80 Jahre sind.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 17.09.2018 | 17:00 Uhr

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