Stand: 17.07.2020 21:37 Uhr  - NDR 90,3

Galeria Karstadt Kaufhof: Filiale im AEZ gerettet

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An einer Protestaktion der Mitarbeitenden von Galeria Karstadt Kaufhof hatte sich zuletzt auch Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) beteiligt.

Es ist eine erlösende Nachricht für die etwa 110 Beschäftigten der Filiale von Galeria Karstadt Kaufhof im Hamburger Alstertal-Einkaufszentrum: Der Standort im Stadtteil Poppenbüttel ist gerettet, nachdem sich die insolvente Warenhauskette mit dem Vermieter ECE geeinigt hat. Genaue Details teilte das Unternehmen mit Sitz in Hamburg nicht mit. Man habe sich auf wirtschaftliche Eckdaten verständigen können, hieß es am Freitag auf Anfrage von NDR 90,3.

Betriebsrat erleichtert

"Das ist riesig und für alle 110 Beschäftigten war es heute sehr emotional”, sagte Betriebsrat Michael Zuhter zu NDR 90,3. "Allerdings haben wir die Euphorie auch ein bisschen dosiert und denken an die Kollegen, deren Jobs immer noch bedroht sind."

Schließung weiterer Standorte vom Tisch

Wie der Gesamtbetriebsratsvorsitzende des Konzerns, Jürgen Ettl, der Deutschen Presse-Agentur sagte, konnte auch die Schließung weiterer Standorte in Gesprächen mit den Vermietern abgewendet werden. Somit bleiben auch die Warenhäuser in Berlin-Lichtenberg, Bielefeld, Leonberg, Nürnberg-Langwasser und Singen erhalten.

Hunderte Arbeitsplätze bundesweit gerettet

Die Zahl der insgesamt von der Schließung bedrohten Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof sinkt damit den Angaben zufolge von 62 auf 50. Damit könnten bundesweit 500 Arbeitsplätze gerettet werden. Ettl betonte, er hoffe, dass es gelingen werden, noch weitere Filialen vor der Schließung zu bewahren. "Aufgeben ist für uns keine Option", so Ettl weiter. Ob es nun auch Hoffnung für die bedrohten Hamburger Standorte in Wandsbek, Bergedorf und in der Mönckebergstraße gibt, ist offen.

Senat an Gesprächen über Hamburger Standorte beteiligt

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Hansestadt hatten immer wieder für den Erhalt von Standorten demonstriert. In Wandsbek und Bergedorf versammelten sie sich zu Schweigemärschen. Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) hatte sich an der Kundgebung in Wandsbek beteiligt. Er sagte damals, dass die Stadt an Gesprächen über die Zukunft der Galeria-Karstadt-Kaufhof-Standorte in Hamburg beteiligt sei. Corona dürfe nicht der Vorwand für einen Kahlschlag bei der Warenhauskette sein. Insgesamt hat der Konzern in der Hansestadt rund 1.000 Beschäftigte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 17.07.2020 | 12:00 Uhr

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