Stand: 18.06.2019 16:11 Uhr

G20-Randale auf Elbchaussee: Prozess wird fortgesetzt

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Auf der Hamburger Elbchaussee waren die Folgen der Randale im Juli 2017 nicht zu übersehen.

Der Prozess um die Ausschreitungen und Zerstörungen an der Hamburger Elbchaussee beim G20-Gipfel 2017 wird am Mittwoch wie geplant fortgesetzt. Ein Befangenheitsantrag der Staatsanwaltschaft gegen das Gericht sei abgelehnt worden, teilte ein Gerichtssprecher am Dienstag mit. Wäre dem Antrag stattgegeben worden, hätte der seit Dezember am Landgericht laufende Prozess neu beginnen müssen.

Stimmung im Prozess von Anfang an gereizt

Der Befangenheitsantrag war eine weitere Eskalation in dem Prozess, in dem die Stimmung von Beginn an gereizt war. Seit Dezember stehen fünf junge Männer vor Gericht, weil sie an den Ausschreitungen auf der Elbchaussee beteiligt gewesen sein sollen - vier junge Deutsche aus Hessen im Alter von 18 bis 25 Jahren sowie ein 23-jähriger Franzose.

Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Ihnen wird schwerer Landfriedensbruch, Mittäterschaft bei Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung sowie ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Der Prozess läuft wegen der zur Tatzeit noch jugendlichen Angeklagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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Streit schon vor Prozessbeginn

Schon vor Prozessbeginn gab es Streit, weil die Strafkammer einzelne Angeklagte aus der Untersuchungshaft entlassen wollte und die Staatsanwaltschaft sich dagegen wehrte.

Staatsanwaltschaft hatte Befangenheitsantrag gestellt

Nun hatte die Vorsitzende Richterin zwischen zwei Verhandlungen bei Verteidigern angerufen. Sie wollte wissen, ob deren Mandanten am nächsten Prozesstag aussagen wollten. In dem Fall hätte die Kammer die Befragung einer Gutachterin verschieben müssen. Die Staatsanwaltschaft wertete die Anrufe als Affront. Die Richterin habe hinter dem Rücken des Staatsanwaltes etwas mit den Anwälten aushandeln wollen.

Richterin hat Transparenz gewahrt

Diese Unterstellung wies die zuständige Kammer des Landgerichtes am Dienstag aber zurück. Der Anruf der Richterin sei aus planerischen Gründen sinnvoll gewesen, so ein Gerichtssprecher. Die Vorsitzende Richterin hatte zu Beginn des nächsten Verhandlungstages alle Prozessbeteiligten über die Telefonate informiert. Damit sei sie der erforderlichen Transparenz nachgekommen, entschieden die Richter einer anderen Strafkammer.

 

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Das Ressort Investigation arbeitet an komplexen Themen abseits der Tagesaktualität - medienübergreifend, oft in Kooperation mit dem WDR und der "Süddeutschen Zeitung". mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.06.2019 | 17:00 Uhr

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