Stand: 15.03.2019 20:10 Uhr

G20-Gipfel: Bisher kein Polizist angeklagt

Etwa anderthalb Jahre nach dem G20-Gipfel in Hamburg ermittelt die Staatsanwaltschaft noch gegen 60 Polizisten. Gegen weitere 94 Polizisten wurden die Verfahren dagegen eingestellt. Eine Anklage gegen einen Polizisten habe es bislang nicht gegeben, hieß es. Nach den Ausschreitungen während des Gipfels hatten Protestierende Vorwürfe gegen Polizisten erhoben. Seit dem Gipfel gab es mehr als 130 Urteile gegen Randalierer.

Tatverdacht oft nicht ausreichend

In vielen Fällen habe der Tatverdacht gegen die beschuldigten Beamten nicht ausgereicht, erklärte die Sprecherin der Anklagebehörde. In elf dieser Fälle habe es keine weiteren Ermittlungen gegeben, weil die Namen der Polizisten nicht herausgefunden werden konnten. Problem bei der Aufklärung ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft zudem, dass Aussagen von mutmaßlich Geschädigten und Zeugen fehlen.

276 Anklagen gegen mutmaßliche Randalierer

Gegen mutmaßliche Randalieren hat die Staatsanwaltschaft dagegen bislang 856 Ermittlungsverfahren gegen 1.156 bekannte Beschuldigte eingeleitet. Diese Zahlen von Ende Februar nannte eine Sprecherin am Freitag, zuvor hatte der Newsletter "Elbvertiefung" der Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet. Hinzu kommen nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch 1.587 Verfahren gegen unbekannte Beschuldigte. Insgesamt seien 276 Anklagen erhoben worden.

Fünfte Öffentlichkeitsfahndung läuft

In der Aufarbeitung der G20-Krawalle hat die Polizei nach eigenen Angaben bislang mehr als 3.500 Ermittlungsverfahren geführt. Die Polizei hatte am Mittwoch ihre fünfte öffentliche Fahndungsaktion gestartet.

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 15.03.2019 | 19:30 Uhr

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