Stand: 28.03.2017 06:30 Uhr

G20-Gegner bekennen sich zu Brandanschlag

Nach dem Brandanschlag auf eine Polizeiwache in der Grundstraße in Hamburg-Eimsbüttel gibt es nun ein Bekennerschreiben. Hintergrund für die Tat war demnach der bevorstehende G20-Gipfel in Hamburg, wie NDR 90,3 am Dienstag berichtete.

"Ziel mit Bedacht gewählt"

Das Bekennerschreiben tauchte in einem linken Online-Portal auf. Der Beitrag mit dem Absender "Smash G20" trägt die Überschrift: "Ganz Hamburg hasst die Polizei - die ganze Welt hasst die Polizei". Weiter heißt es darin: Das Ziel für den Brand sei mit Bedacht gewählt worden. Die Polizei müsse als Beschützer der herrschenden Ordnung mit "voller Härte angegriffen werden".

Bei dem Feuer in einem Wohngebiet in Eimsbüttel waren in der Nacht zu Montag vier Polizeifahrzeuge zerstört und vier weitere beschädigt worden.

Opposition kritisiert Vorbereitung des Gipfels

Nach dem Brandanschlag hat die Diskussion über die Sicherheitslage beim G20-Gipfel neue Fahrt aufgenommen. Die CDU kritisierte den rot-grünen Senat und forderte auch eine bessere Schutzausrüstung der Feuerwehr. Bürgermeister Olaf Scholz und Innensenator Andy Grote (beide SPD) trügen die Verantwortung dafür, dass Hamburg sicher sei, sagte CDU-Innenexperte Dennis Gladiator. Und das nicht nur während des Gipfels, sondern auch in den Wochen davor. Für schwierige Einsätze müsse auch die Feuerwehr mit Schutzwesten ausgerüstet werden, so Gladiator.

FDP-Politiker Carl Jarchow warf dem Senat angesichts der neuen Brandanschläge vor, völlig unvorbereitet zu sein. Dieses Versäumnis müsse Innensenator Grote umgehend beseitigen, andernfalls drohten im Juli Chaostage. Und die AfD-Fraktion forderte vom Senat mehr staatliche Repression gegen Linksextremisten.

Schon jetzt Polizisten aus anderen Bundesländern anfordern?

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) erklärte, gerade im Objektschutz stoße die Polizei an personelle Grenzen. DPolG-Landeschef Joachim Lenders forderte, schon jetzt Hundertschaften aus anderen Bundesländern anzufordern. Außerdem müsse man bei der Videoüberwachung alles, was rechtlich möglich ist, umsetzen und in der linken Szene mehr Zivilfahnder und verdeckte Ermittler einsetzen.

Bekennerschreiben auch nach Bränden in Altona und Winterhude

Erst am 17. März war ein zum Schutz von Bürgermeister Scholz abgestellter Mannschaftswagen der Polizei in Altona-Altstadt völlig ausgebrannt. Kurz zuvor war bereits im Stadtteil Winterhude ein Wagen der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Flammen aufgegangen. Im Internet hatten sich Unbekannte anonym unter der Überschrift "In Hamburg sagt man tschüss - auch zu Bullenkarren" zu den Anschlägen bekannt.

Polizeiwagen in Flammen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.03.2017 | 07:00 Uhr

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