Stand: 30.12.2017 07:02 Uhr

G20-Fahndung: 15 Verdächtige identifiziert

Seit Beginn der Öffentlichkeitsfahndung nach den G20-Krawallen im Juli sind bis Donnerstagnachmittag 228 Hinweise bei der Hamburger Polizei eingegangen. 15 mutmaßliche Täter wurden bislang identifiziert. Die Öffentlichkeitsfahndung läuft seit dem 18. Dezember.

Zuletzt wurde ein 23-Jähriger erkannt, der sich an Plünderungen im Schanzenviertel beteiligt haben soll. Teilweise stellten sich Tatverdächtige auch selbst. Laut Staatsanwaltschaft wurde bislang aber noch gegen keinen der 15 identifizierten mutmaßlichen Gewalttäter Anklage erhoben. "Die Identifizierten müssen die Möglichkeit haben, sich zu den konkreten Tatvorwürfen zu äußern", sagte Oberstaatsanwalt Carsten Rinio zur Begründung. Acht Verdächtigen wird nach Polizeiangaben vorgeworfen, Flaschen und Steine geworfen zu haben, sieben weitere sollen geplündert haben.

Zehn Urteile bereits rechtskräftig

Unabhängig von der umstrittenen Öffentlichkeitsfahndung wurden bereits 25 G20-Randalierer von Hamburger Amtsgerichten verurteilt. Zehn Urteile sind rechtskräftig, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Die Strafen reichen von sechs Monaten auf Bewährung bis zu drei Jahren und drei Monaten ohne Bewährung. Nur in einem Fall wurde gegen einen 19-Jährigen vorerst lediglich ein Schuldspruch mit einer Arbeitsauflage verkündet. Einen Freispruch gab es bislang nicht.

Bislang keine Anklage gegen Polizisten

Mehr als 100 weitere Prozesse sollen 2018 folgen. Kurz nach Neujahr steht ein 21-jähriger Niederländer erneut vor Gericht: Er war im ersten G20-Prozess zu mehr als zweieinhalb Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden, weil er zwei Flaschen auf Polizisten geworfen hatte. Er hofft nun im Berufungsverfahren auf ein milderes Urteil.

Auch gegen mehr als 100 Polizisten wird ermittelt, eine Anklage gibt es bislang nicht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.12.2017 | 07:00 Uhr

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