Stand: 24.06.2020 11:58 Uhr

Fischsterben in der Elbe: Umweltverbände erstatten Anzeige

Die Umweltverbände BUND, NABU und WWF haben wegen des massenhaften Fischsterbens in der Elbmündung Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Gleichzeitig fordern sie, dass die Baggerarbeiten für die Elbvertiefung vorübergehend gestoppt werden.

Tonnenweise tote Fische

Tonnenweise tote junge Heringe, Stinte, Finten und Aale sind in den den vergangenen Tagen in der Elbmündung angespült worden - ähnlich wie in der Deutschen Bucht bis nach Büsum. Dazu kommen zwischen Otterndorf und Cuxhaven auch andere Fische wie Störe und sogar Schweinswale, wie Manfred Braasch vom BUND Hamburg sagt. Auffällig sei, dass gerade bei den größeren Fischen auch mechanische Verletzungen zu erkennen sind. Für Braasch ein Indiz dafür, dass es möglicherweise einen Zusammenhang mit den Arbeiten der Saugbagger für die Elbvertiefung gibt.

Ermittlungen der Wasserschutzpolizei

Zwischen Hamburg und der Elbmündung sind zurzeit mehrere Schiffe gleichzeitig im Einsatz. In der Nähe der Fundorte in der Elbmündung liegen mehrere große Flächen, wo unter Wasser Sedimente der Fahrrinnenanpassung verklappt werden. Die Umweltverbände schließen aber auch nicht aus, dass die Fische durch die Einleitung von Giftstoffen gestorben sind. Sowohl die Wasserschutzpolizei in Hamburg als auch in Cuxhaven sind nun mit den Ermittlungen beschäftigt. Wann es erste Ergebnisse gibt, ist noch unklar.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 24.06.2020 | 12:00 Uhr

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