Fegebank: Vermutlich schärfere Corona-Regeln nach Weihnachten

Stand: 09.12.2020 20:32 Uhr

Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) geht davon aus, dass es nach Weihnachten zu schärferen Corona-Regeln kommt. Das sagte sie am Mittwochabend im Hamburg Journal des NDR Fernsehens.

Die Wissenschaftssenatorin wollte sich noch nicht festlegen, ob es zu einem kompletten Lockdown kommt. Man sei im Senat dabei, das zu besprechen und werde in den nächsten Tagen zu Entscheidungen kommen. Fegebank sagte aber: "Ich glaube schon, dass wir nach Weihnachten zu schärferen Maßnahmen kommen werden." Die Wissenschaft habe klare Empfehlungen gegeben - und man habe sich bislang auch an der Wissenschaft orientiert.

"Keine Trendwende erreicht"

Einzelheiten müssten im Senat besprochen werden. "Ich finde es wichtig, dass wir da gemeinschaftlich und mit einer Stimme sprechen", meinte Fegebank. Sie glaube aber, dass man über die bereits beschlossenen Lockerungen über Weihnachten und Silvester noch mal sprechen müsse. "Wir haben keine Trendwende erreicht durch diesen leichten Lockdown", sagte Fegebank, die hohen Corona-Zahlen seien besorgniserregend. "Wir müssen da jetzt auf jeden Fall noch was tun."

Fegebank: Impfkampagne wichtig

Die Vorbereitungen für die Corona-Impfungen laufen aus Sicht der Wissenschaftssenatorin gut. Man müsse sich aber noch mit einer Impfkampagne beschäftigen, um die Skeptiker zu überzeugen. Viele Menschen hätten Fragen oder Angst davor, sich impfen zu lassen. Die Möglichkeit, sich bald impfen zu lassen, bedeutet für Fegebank ein "Licht am Ende des Tunnels" und die "Hoffnung, zu einer neuen Normalität zurückzukommen". Sie setze darauf, dass sich viele Hamburgerinnen und Hamburger dazu entscheiden, sich impfen zu lassen.

Merkels Appell im Bundestag

Am Mittwochmorgen hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für einen schärferen Kurs in der Corona-Pandemie ausgesprochen. Angesichts der hohen Fallzahlen müsse man die Kontakte reduzieren, sagte sie im Bundestag. Die steigende Zahl der Corona-Todesfälle sei nicht akzeptabel. "Und weil die Zahlen so sind, wie sie sind, müssen wir etwas tun, und zwar Bund und Länder gemeinsam."

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Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 09.12.2020 | 19:30 Uhr

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