Stand: 08.09.2020 20:54 Uhr  - NDR 90,3

Europäische Konferenz zum "Green Shipping" in Hamburg

Wie kann die Schifffahrt klimafreundlicher werden? Das war in Hamburg am Dienstag Thema bei einer Konferenz der EU-Verkehrsminister. Weg vom Schweröl, hin zu alternativen Antriebsarten - so lautete die Devise. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wollte im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft gemeinsame Ziele aushandeln. Die sollen auch über die Europäische Union hinaus Maßstäbe setzen. Die Umstellung auf flüssiges Erdgas, LNG, gilt dabei nur als Zwischenschritt. Auf der Konferenz wurde auch über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Seeverkehr gesprochen.

Europa als klimafreundlicher Vorreiter der Seeschifffahrt

Europa solle Vorreiter einer klimafreundlichen Seeschifffahrt werden, dieses Ziel gab Scheuer bei einer Konferenz aus. Bei der Frage des besten Kraftstoffs für umweltfreundliche Schiffe darf sich die Industrie laut Minister Scheuer nicht auf einen Standard festlegen: "Ich habe immer gesagt, wir müssen technologieoffen bleiben", erklärte Scheuer. Man benötige bei LNG eine Versorgungsinfrastruktur, "wir brauchen dazu die Schiffe". Aber: "Wer jetzt ein Schiff bestellt, der muss als Reeder Klarheit haben, mit welchem Schiff er die nächsten zehn, fünfzehn Jahre unterwegs ist und diese Frage werden wir klären müssen."

Wenn die Unternehmen in Europa neuartige Antriebe und umweltbewusstere Schiffe entwickeln, könnte das auch einen Wirtschaftsbereich ankurbeln, der durch die Corona-Pandemie schwer angeschlagen ist.

Auch Reeder und Hafenbetriebe nehmen teil

An der Konferenz im Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in der Bernhard-Nocht-Straße nahmen auch Reeder und Hafenbetriebe teil. Die unterstützen den Umstieg auf klimafreundlichere Technologien grundsätzlich. Gleichzeitig meinen sie, dass der Seehandel nicht eingeschränkt werden dürfe und die EU-Häfen gegenüber Drittstaaten nicht benachteiligt werden sollten. Laut Bundesverkehrsministerium werden 90 Prozent des EU-Außenhandels über den Seeweg abgewickelt. Der Verband deutscher Reeder fordert Investitionen in Forschung und Entwicklung, damit Europa beim Brennstoff der Zukunft vorne mit dabei ist.

Seenotretter demonstrieren gegen Scheuer

Am Rande des Treffens demonstrierten rund 50 Aktivistinnen und Aktivisten von der "Seebrücke" und "Resqship" aus Hamburg sowie Vertreterinnen und Vertreter weiterer Organisationen, die sich für die Seenotrettung von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer einsetzen. Sie werfen Bundesverkehrsminister Scheuer vor, die private Seenotrettung zu blockieren. Scheuer habe die Sicherheitsverordnungen in der Schifffart dahingehend verschärft, dass Schiffe von Seenotrettern nicht mehr arbeiten könnten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 08.09.2020 | 12:00 Uhr

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