Erste Gerettete aus Afghanistan in Hamburg angekommen

Stand: 19.08.2021 13:20 Uhr

Die ersten aus Kabul geflogenen afghanischen Ortskräfte sind am Mittwochabend in Hamburg eingetroffen. Sie waren in einem Bus vom Frankfurter Flughafen in die Hansestadt gebracht worden.

Eine Lufthansa-Maschine mit etwa 130 Geretteten war aus Taschkent kommend am frühen Morgen dort gelandet. Danach wurden die Menschen untersucht, registriert und auf Corona getestet. 19 Personen bestiegen dann einen Bus nach Hamburg, der von zwei Fahrzeugen der Feldjäger begleitet wurde. Es handelt sich um afghanische Ortskräfte und ihre Familien, darunter sieben Kinder im Alter von 3 bis 13 Jahren. Sie werden zunächst in der Flüchtlingsunterkunft Neuer Höltigbaum in Rahlstedt untergebracht.

"Emotionale Reise"

"Es war eine sehr emotionale Reise", sagte Stabsfeldwebel Simone Riek, die die Afghanen auf der Busfahrt begleitete, die um 19.20 Uhr in Hamburg endete. Am Anfang sei die Atmosphäre gespannt gewesen. Dann hätten die Afghanen in Gesprächen, bei denen zwei Ortskräfte übersetzten, schnell Vertrauen gefasst. Sie hätten immer wieder betont, wie froh und dankbar sie für ihre Rettung seien. Während der achtstündigen Busfahrt nach Hamburg hätten die Geretteten von ihrer Odyssee berichtet. Die vergangenen Tage seien für sie sehr anstrengend gewesen. Alle hätten angegeben, dass sie sich weiter Sorgen um ihre Angehörigen machten, die nun unter der Herrschaft der radikalislamischen Taliban leben müssen.

Hamburg will bis zu 250 Menschen aufnehmen

Einige der nach Hamburg gekommenen Afghanen werden wahrscheinlich in der Hansestadt bleiben und dann bald in Folgeunterkünften untergebracht, wie es aus der Innenbehörde heißt. Einige werden dauerhaft in anderen Bundesländern unterkommen. Die genaue Aufteilung ist aber noch unklar. Am Freitag wird das Hamburger Landeskommando der Bundewehr weitere Gerettete mit Bussen aus Frankfurt in die Hansestadt bringen. Hamburg hatte die Aufnahme von bis zu 250 Menschen als Soforthilfe zugesagt.

Grote: Sofortiges Aufenthaltsrecht für Gerettete

Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) sagte dem NDR, er gehe davon aus, dass die Geretteten ein sofortiges Aufenthaltsrecht bekommen und nicht in ein Asylverfahren müssten. Er hoffe, dass die Hansestadt in den kommenden Tagen weitere Menschen aus dem Krisengebiet unterbringen könne. Es gebe keine Obergrenze. Nach Gesprächen mit seinen Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Bundesländern glaube er nicht, dass die Kapazitäten ein Problem seien. Es gebe eine große Aufnahmebereitschaft. Das Problem sei derzeit eher, die Menschen aus Kabul rauszubringen.

 

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 19.08.2021 | 13:00 Uhr

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