Stand: 15.06.2020 16:41 Uhr  - NDR 90,3

Elbvertiefung: Baggerarbeiten im Zeitplan

Baggerschiffe verbreitern das Fahrwasser auf der Elbe. © NDR Foto: Screenshot
Bereits im September sollen die Baggerarbeiten auf Hamburger Gebiet fertig sein.

Mit gleich drei großen Baggerschiffen wird derzeit das Fahrwasser der Elbe auf Hamburger Gebiet verbreitert und vertieft. Dabei hat die Stadt mit den Arbeiten erst mehrere Monate später als der Bund anfangen können, weil es Probleme mit der Ausschreibung der millionenschweren Aufträge gab. Projektleiter Jörg Oellerich geht davon aus, dass in Hamburg die Bagger bereits im September mit der Verbreiterung und Vertiefung der Elbe fertig sind.

Arbeiten bis zum Frühjahr

Weiter flussabwärts bis Cuxhaven, wo der Bund zuständig ist, dauern die wichtigsten Arbeiten voraussichtlich noch bis zum kommenden Frühjahr. In einigen Wochen sollen in Blankenese neue Leuchttürme errichtet werden, die beiden alten werden abgerissen, weil sie nicht mehr den korrekten Verlauf der Fahrrinne nach der Elbvertiefung markieren.

Gegenwärtig arbeitet ein Hydraulikbagger nahe des Containerterminals Altenwerder an der Vertiefung des Fahrwassers im Köhlbrand. Ein weiteres Spezialfahrzeug prüft Baggerflächen auf Bomben und Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Arbeiten zur Versetzung des Ober- und Unterfeuers Blankenese laufen und auch die sogenannte Begegnungsbox vor der Einfahrt in den Hafen soll bis Ende August fertig werden. Dort können große Schiffe einander passieren.

Hohe Kosten für Ausgleichsgebiete

Bei den Kosten von rund 285 Millionen Euro für die Fahrrinnenanpassung liege man derzeit im Plan, sagt HPA-Chef Jens Meier. Nicht mitgerechnet sind dabei aber die Ausgaben für Ausgleichsgebiete für bedrohte Tier- und Pflanzenarten.

Größere Frachter sollen Hamburger Hafen erreichen

Die Elbe soll so ausgebaut werden, dass Containerschiffe mit einem Tiefgang bis zu 13,50 Meter unabhängig von der Flut und bis zu 14,50 Meter auf der Flutwelle den Hamburger Hafen erreichen können. Zudem sollen bessere Möglichkeiten geschaffen werden, dass die Schiffe einander beim Ein- und Auslaufen passieren können. Hamburg investiert für die verschiedene Maßnahmen zur Anpassung der Fahrrinne rund 286 Millionen Euro; davon sind 92 Millionen Euro bereits verbaut. Die Planungen zur Elbvertiefung hatten vor 18 Jahren begonnen.

Gericht weist Klage von Umweltverbänden ab

Zahlreiche Klagen hatten das Großprojekt immer wieder gestoppt. Anfang Juni hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die Klage von Umweltverbänden gegen die Elbvertiefung im Hamburger Hafen abgewiesen. Es entschied, dass die nach einem ersten Gerichtsurteil geänderten Planungen nicht mehr zu beanstanden sind.

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NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 15.06.2020 | 16:00 Uhr

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