Stand: 30.11.2018 18:05 Uhr

Einigung auf Empfehlungen zum Kinderschutz

Die Enquete-Kommission für Kinderschutz in Hamburg hat nach zwei Jahren Arbeit einstimmig einen Abschlussbericht beschlossen. Darin enthalten sind mehr als 60 Empfehlungen an die Politik, wie der Kinderschutz in der Stadt verbessert werden kann. Die Arbeitsgruppe wurde nach dem Tod mehrerer Kinder eingesetzt, die von Hamburger Jugendämtern betreut wurden.

Die Erleichterung nach der Abstimmung war spürbar. Zwischenzeitlich war in der Kommission so hitzig diskutiert worden, dass kaum jemand mehr an ein gemeinsames Ergebnis glaubte. Der Fokus sei aber immer klar gewesen, sagte Sabine Boeddinghaus (Die Linke): "Wir haben uns zwei Jahre lang sehr geübt in der Frage: Was kommt den Familien und Kindern zugute? Und nicht: Was stärkt Strukturen oder Fachinstrumente die mal eingeführt wurden? Es ging immer um die Familien und ihre Kinder." So sollen Kinder zum Beispiel mehr eingebunden und gefragt werden. Auch soll es für Eltern und Kinder einfacher werden, sich zu beschweren. Und Kinderrechte sollen im Grundgesetz verankert werden.

"Daueraufgabe für die nächsten Jahre"

Anna Galina (Grüne) sagte: "Vieles davon sind ganz langfristige Dinge, die wir in den Blick nehmen müssen. Wo man jetzt nicht mit einem Antrag oder einer Initiative um die Ecke kommt und dann hat sich das. Ich glaube, das müssen wir uns schon als Daueraufgabe für die nächsten Jahre vornehmen."

Veröffentlichung Anfang 2019

Der Prozess der politischen Umsetzungs soll in der Bürgerschaft deshalb schnell angeschoben werden, sagte Uwe Lohmann von der SPD. "Das Ziel ist der 30. Januar 2019, da werden wir den Bericht diskutieren mit allen sechs Fraktionen. Und dann gucken wir mal, was mit den Anträgen ist, die daraus entstehen. Das wird eine spannende Sache." Dann sollen der Bericht und alle Empfehlungen der Kommission auch veröffentlicht werden.

Enquete-Kommission Ende 2016 eingesetzt

Die Enquete-Kommission für mehr Kinderschutz wurde von der Hamburgischen Bürgerschaft eingesetzt und hat Ende Dezember 2016 ihre Arbeit aufgenommen. Abgeordnete aller Fraktionen beraten in dem Gremium mit unabhängigen Experten. Die Kommission sollte das System in der Jugendhilfe auf Schwachstellen untersuchen und Vorschläge unterbreiten, wie Kinder in Hamburg besser geschützt werden könnten. Anlass für die Gründung der Kommission waren mehrere Todesfälle von Kindern in Hamburg in den vergangenen Jahren, die auf Misshandlungen zurückgingen.

Weitere Informationen

Lara-Mia, Jessica und andere: Tödliche Fälle seit 2005

Vernachlässigt, misshandelt oder zu Tode geschüttelt: Immer wieder erschüttern Fälle von extremer Kindesmisshandlung und -vernachlässigung die Öffentlichkeit im Norden. Ein Überblick. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.11.2018 | 19:00 Uhr

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