Ein Mann und eine Frau tanzen in Hamburg auf einer Hochzeitsfeier. © picture alliance / dpa

Eilantrag gegen Tanzverbot bei Hochzeitsfeier erfolgreich

Stand: 17.08.2021 19:44 Uhr

Das Verwaltungsgericht Hamburg hat das Corona-bedingte Tanzverbot bei einer Hochzeitsfeier in Hamburg gekippt. Weil die meisten Gäste vollständig geimpft seien, gebe es nur ein niedriges Infektionsrisiko.

Das Hochzeitspaar möchte am Wochenende in einem Veranstaltungsraum eines Hamburger Hotels mit 51 Personen über 14 Jahre feiern, 41 von ihnen sind den Angaben zufolge vollständig geimpft. Laut Gerichtsurteil handelt es sich deshalb "um eine private Feierlichkeit mit bis zu zehn Personen", weil vollständig geimpfte Teilnehmerinnen und Teilnehmer "außer Betracht bleiben müssten".

Gericht: Tanzverbot unverhältnismäßig

Das für größere Feiern geltende Tanzverbot erweise sich daher "nach der im Eilverfahren vorzunehmenden summarischen Prüfung als unverhältnismäßig und damit verfassungswidrig", erklärte das Gericht. Ein ausnahmsloses Tanzverbot führe dazu, dass auch auf Veranstaltungen nicht getanzt werden dürfe, von denen keine relevante Gefahr für das Infektionsgeschehen ausgehe. So würde das Tanzverbot nach der gegenwärtigen Regelung auch für eine geschlossene private Feier gelten, an der nur Geimpfte teilnähmen.

Veranstaltungsfremde Personen nicht gefährdet

Von der Feier gehe "ein derart niedriges Infektionsrisiko aus, dass das absolute Tanzverbot nicht mehr gerechtfertigt sei". Für die Bewertung der Infektionsgefahren komme es "nicht auf die Gefährdung der Gäste der Hochzeitsgesellschaft untereinander, sondern nur auf die Gefährdung veranstaltungsfremder Personen an". Es sei aber "so gut wie ausgeschlossen, dass sich andere, nicht geladene Gäste zu der Veranstaltung gesellten". Zugleich führten die vorgesehenen Schutzmaßnahmen dazu, dass für das im Veranstaltungsraum eingesetzte Hotelpersonal durch das Tanzen der Gäste im Vergleich zum ohnehin gegebenen Infektionsrisiko durch das Bedienen der Hochzeitsgesellschaft kein relevant erhöhtes Infektionsrisiko zu erkennen sei.

Gegen die Entscheidung kann die Stadt Beschwerde bei dem Hamburgischen Oberverwaltungsgericht erheben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.08.2021 | 06:00 Uhr

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