Stand: 27.11.2018 19:13 Uhr

Der Hafenumschlag soll 2019 wieder wachsen

Der Hamburger Hafen rechnet im kommenden Jahr mit einem leichten Anstieg beim Umschlag. Bis die Verluste der vergangenen Zeit wieder aufgeholt sind, dauert es nach Ansicht des Unternehmensverbands Hafen Hamburg aber noch Jahre. Mit dem Beginn der Baggerarbeiten für die Elbvertiefung im kommenden Frühjahr sei die Gefahr eines weiteren Abstiegs aber gebannt, sagte Verbandspräsident Gunther Bonz am Dienstag in der Hansestadt. Die Weltkonjunktur sei weitgehend stabil. Allerdings gebe es auch eine Reihe von Risiken, vor allem durch drohende Handelskonflikte.

Mit dem großen Zuwachs soll es noch drei Jahre dauern

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"Der richtige Zuwachs kommt erst, wenn die Fahrrinne realisiert ist", sagt Unternehmensverbandchef Bonz (Archivfoto).

Knapp neun Millionen Container werden 2019 in Hamburg umgeschlagen, hofft Bonz. Und das trotz höherer US-Zölle, die das Wachstum des Welthandels ausbremsten. Die Gründe für den leichten Aufwärtstrend lägen in Hamburg: "Das liegt einmal daran, dass wir durch die Fahrrinnenanpassung, die jetzt sicher kommt, Verkehre halten können. Aber der richtige Zuwachs kommt erst, wenn die Fahrrinne realisiert ist, also etwa 2021/22."

Dabei hätte das Baggern für die Elbvertiefung bereits viel eher beginnen können, wenn der Bund nicht so zögerlich mit der Ausschreibung von Aufträgen gewesen wäre, so die Hafenunternehmen. Bonz lobte, dass Hamburg viel in die Infrastruktur des Hafens investiere, also in Straßen, Brücken und Autobahnen. Gleichzeitig müssten Baustellen besser koordiniert und dort möglichst rund um die Uhr gearbeitet werden: "Zwei- und Drei-Schichtbetriebe sind natürlich teurer, verkürzen aber die Bauzeit."

Stephan Heller zur Elbvertiefung. © NDR Foto: Screenshot

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Das ist aus Sicht des Hafens besonders wichtig, damit Schwerlasttransporte überhaupt noch Hamburg erreichen können - und nicht nach Rotterdam und Antwerpen ausweichen. In einem Vergleich über zehn Jahre hätten beide nordeuropäische Häfen jeweils um 27 Prozent zugelegt - Hamburg aber um fast elf Prozent verloren.

Die Hafenunternehmen sehen eine Reihe von ungelösten Problemen, die für die Zukunft des Hafens dringend angegangen werden müssten. So gebe es noch keine festen Planung für den Ersatz der Köhlbrandbrücke, die noch längstens bis 2030 in Betrieb bleiben könne. "Angesichts der langen Planungs- und Bauzeiten in Deutschland ist es eine Sekunde vor zwölf", sagte Bonz. Die Hafenunternehmen seien für eine Tunnellösung an Stelle einer höheren Brücke, wenn auch Gefahrgüter durch den Tunnel transportiert werden könnten. Das sei aber nach den bisher vorliegenden Informationen machbar.

Im laufenden Jahr verliert der Hamburger Hafen abermals Ladung und wird am Ende bei einem Gesamtumschlag von rund 136 Millionen Tonnen und 8,8 Millionen Standardcontainern (TEU) landen. Bonz sagte, die schlechte Entwicklung des Hamburger Hafens liege nicht allein an der nautischen Erreichbarkeit, sondern auch an selbstverschuldeten Defiziten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 27.11.2018 | 13:00 Uhr

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