Stand: 17.04.2020 07:47 Uhr

Coronavirus-Fälle im UKE: Neue Details

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat Corona-Fälle auf der Onkologie wahrscheinlich zunächst nicht ordnungsgemäß gemeldet. Das haben Recherchen von NDR 90,3 ergeben. Unklar ist aber noch, ob es dadurch zu dem größeren Ausbruch kam, von dem rund 40 Patientientinnen und Patienten sowie und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen waren.

Es geht zunächst um einen kleineren Corona-Ausbruch Mitte März auf der Onkologie. Die Gesundheitsbehörde hat nach eigenen Angaben Anhaltspunkte dafür, dass dieser Ausbruch verspätet dem zuständigen Gesundheitsamt im Bezirk Hamburg-Nord gemeldet wurde. Das deckt sich mit den weiteren Recherchen von NDR 90,3: Denn die offiziellen schriftlichen Meldewege wurden wohl tatsächlich nicht eingehalten, allerdings soll das Gesundheitsamt schnell mündlich informiert worden sein.

Zusammenhang zwischen Vorfällen?

Doch es geht dabei nicht nur um formale Fragen. Entscheidend wird sein, ob das UKE diesen kleineren Ausbruch tatsächlich unter Kontrolle bekommen hat, oder ob er die Ursache dafür ist, dass es zu dem weitaus größeren Ausbruch kam. Das Universitätsklinikum hatte am Mittwoch erklärt, dass eine Pflegekraft am Sonntag, den 5. April, positiv auf Corona getestet wurde. Daraufhin sei zunächst bei sieben Patienten das Virus nachgewiesen worden. Diese Darstellung hatte den Eindruck erweckt, dass es wahrscheinlich keinen Zusammenhang zu dem Ausbruch im März gibt.

Am kommenden Montag soll das Geschehen in einer Telefonkonferenz zwischen allen beteiligten Behörden und dem UKE weiter aufgeklärt werden.

Weitere Informationen
Pressekonferenz im UKE.

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Darstellung von Viren neben der Form von Hamburg. © panthermedia Foto:  lamianuovasupermail@gmail.com (YAYMicro)

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 17.04.2020 | 07:00 Uhr

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