Stand: 05.04.2020 21:53 Uhr  - NDR 90,3

Corona: Polizei kontrolliert Kontakt-Verstöße

In Hamburg halten sich weiterhin die meisten Menschen an die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. Die Polizei erklärte am Sonntag, dass die Hamburger verantwortungsvoll mit der Situation umgingen. Die Beamten haben am Sonnabend und Sonntag bei insgesamt rund 200 Verstößen gegen 613 Personen Bußgelder verhängt.

Polizei hatte Kontrollen angekündigt

Nach der Einführung von Bußgeldkatalogen für Verstöße gegen Corona-Auflagen hatte die Polizei angekündigt, am Wochenende in Hamburg und im Umland zu kontrollieren. Beamten sollten unter anderem an den Übergängen zu den Inseln und in Naherholungsgebieten wie der Elbmarsch oder an den Stränden von Nord- und Ostsee unterwegs sein. "Kommen Sie nicht hierher zu einem Ausflug an die Elbe oder ins Alte Land", hatte etwa der Landkreis Stade mögliche Besucher ermahnt.

Über 600 Bußgeldbescheide

In den meisten Fällen handele es sich um kleinere Menschenansammlungen in der Öffentlichkeit, wie Picknicks im Park, so Polizeisprecherin Sandra Levgrün. Da dann alle Beteiligten jeweils eine Ordnungswidrigkeit begangen haben, wurden insgesamt 613 Bußgeldbescheide in Höhe von 150 Euro geschrieben. In einer Millionenstadt wie Hamburg - und dann auch noch bei schönem Wetter - sei das eine zu vernachlässigende Zahl, so Levgrün.

Nachbarn alarmierten Polizei wegen privater Feiern

Nur in einem Fall hatte ein Restaurant Tische draußen aufgestellt und in vier weiteren Fällen sind die Beamten bei privaten Feiern eingeschritten. Hier hatten jeweils die Nachbarn die Polizei verständigt. Ausflügler nach Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern oder nach Niedersachsen ins Alte Land sind konsequent kontrolliert und im Zweifelsfall zurück geschickt worden.

Polizei schickt Ausflügler wieder zurück

Bereits am Sonnabend hatte die Polizei an den Landesgrenzen zu Hamburg etliche Fahrzeuge kontrolliert und viele Ausflügler wieder heimgeschickt. Bei Tangstedt im Norden von Hamburg wurden 150 Fahrzeuge wieder zurückgewiesen, bei Wedel im Westen 78. "Es handelte sich meistens um Hamburger, die aus touristischen Gründen unterwegs waren", sagte eine Sprecherin der Polizei. Die Menschen hätten aber verständnisvoll reagiert und seien wieder umgekehrt. Auch am Freitagabend habe es nur vereinzelte Verstöße gegeben, weil sich Menschen in kleinen Grüppchen in Grünanlagen aufhielten oder Kinder trotz Verbots auf Spielplätzen spielten. "Zum Glück waren das nur einige wenige Vorfälle", sagte ein Sprecher der Polizei.

Verstöße werden teuer

In Hamburg sieht der neue Bußgeldkatalog bei Verstößen Strafen von 150 bis zu 5.000 Euro vor. Wiederholungsfälle können sogar mit bis zu 25.000 Euro geahndet werden. "Wir können zudem Platzverweise und Aufenthaltsverbote aussprechen oder Menschen im Sinne der Gefahrenabwehr sogar in Gewahrsam nehmen", sagte Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer.

Bußgelder auch in Schleswig-Holstein

Ein ähnlicher Bußgeldkatalog gilt auch in Schleswig-Holstein. Wegen der Pandemie herrscht vorerst bis 19. April ein Einreiseverbot ins nördlichste Bundesland für Touristen, Tagesausflügler und Zweitwohnungsbesitzer. Da die Ansteckungsgefahr in und aus Gruppen heraus am größten sei, appelliert die Polizei an die Bürger, sich verantwortungsbewusst zu verhalten. Zum Beispiel sollte der Start der Motorradsaison verschoben werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren und um Unfälle und damit verbundene Einsätze zu vermeiden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 05.04.2020 | 18:00 Uhr

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