Stand: 23.09.2020 18:20 Uhr

Corona-Krise: Großkonzerne und Eventbranche bei Tschentscher

Rund einen Monat nach einem Gespräch mit Vertretern von kleinen und mittleren Unternehmen zur Corona-Krise hat sich Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Mittwoch im Rathaus mit Vertretern der besonders hart getroffenen Event- und Veranstaltungsbranche sowie der Großbetriebe getroffen.

VIDEO: Corona: Tschentscher empfängt Eventbranche (1 Min)

"Es geht uns ja darum, der Hamburger Wirtschaft insgesamt zu helfen, diese schwierige Zeit zu überstehen, Insolvenzen zu vermeiden, den Verlust von Arbeitsplätzen zu verhindern", sagte der Bürgermeister. Er verwies aber auch darauf, dass Hamburg bereits viel tue. So nehme die Stadt drei Milliarden Euro neuer Kredite auf, um der Wirtschaft zu helfen.

Neue Chancen durch Schnelltests?

Den Vertretern der Veranstaltungsbranche machte er Hoffnung auf weitere Lockerungen. Es gebe einen Konflikt zwischen Infektionsschutz und dem Wunsch der Branche, aus wirtschaftlichen Gründen möglichst viele Gäste bei Veranstaltungen zuzulassen, sagte Tschentscher. Aber die Branche habe in den vergangenen Monaten überzeugende Konzepte entwickelt, wie man die Regeln auch mit größeren Besucherzahlen einhalten könne. Und neue Chancen ergäben sich durch Corona-Schnelltests, die derzeit flächendeckend auf den Markt kommen.

Pilotprojekte loten Grenzen aus

Untersucht werde derzeit auch, ob das Infektionsrisiko steigt, wenn man die Besucherinnen und Besucher in Konzertsälen enger als bislang zusammenrücken lässt - im Rahmen von Pilotprojekten. Nach Senatsangaben versammelten sich im Festsaal gut 20 Vertreter der Event- und Veranstaltungsbranche, unter anderem vom Abaton-Kino, der Clubstiftung Hamburg, der FKP Scorpio Konzertproduktionen, des Reeperbahn Festivals und der Stage Entertainment GmbH.

Treffen mit Großbetrieben

Beim anschließenden Treffen mit Großbetrieben erschien am Nachmittag rund ein Dutzend Vertreter, etwa von der Lufthansa Technik, Edeka, Budnikowsky, der Hamburger Sparkasse oder Gruner + Jahr. Mehr als zwei Stunden diskutierten sie mit dem Bürgermeister und mit Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos). "Keiner der 15 Teilnehmer hat mit einem eigenen Katalog an Geldforderungen am Tisch gesessen", sagte Haspa-Chef Harald Vogelsang im Anschluss.

Stattdessen ging es um mehr Mut und gute Ideen, die in der Krise mehreren Branchen helfen können. Wie lassen sich zum Beispiel kleine Maßnahmen, wie zusätzliche Außenplätze für die Gastronomie, auch auf andere Bereiche übertragen? Weniger Bürokratie durch mehr Digitalisierung war nach Angabe von Teilnehmern auch ein großes Thema.

Mehr verkaufsoffene Sonntage?

Alexander Otto vom Hamburger Kaufhausbetreiber ECE setzte sich für einen zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntag ein und wünschte sich für den stationären Handel eine längere Mehrwertsteuersenkung. Die kann Hamburg allerdings nicht allein auf den Weg bringen. Andere Vorschläge will Bürgermeister Tschentscher laut der Teilnehmer mit in die Planungen für weitere Corona-Hilfsmaßnahmen und Lockerungen nehmen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 23.09.2020 | 18:00 Uhr

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