Stand: 01.07.2020 11:05 Uhr  - NDR 90,3

Corona: Das ist in Hamburg erlaubt, das verboten

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Flohmärkte sind in Hamburg wieder erlaubt.

Der Hamburger Senat hat weitere Lockerungsschritte im Kampf gegen die Corona-Pandemie beschlossen. Die neuen Regeln gelten seit dem 1. Juli. Aber was ist seitdem erlaubt, was bald und was bleibt vorerst verboten? Hier eine Übersicht der wichtigsten Punkte der Corona-Regeln.

Corona-Lockerungen - das ist in Hamburg erlaubt:

  • Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist erlaubt, allerdings gilt grundsätzlich die Abstandsregel von 1,5 Metern. Es dürfen sich an öffentlichen Orten bis zu zehn Personen treffen, unabhängig davon, in wie vielen Haushalten sie leben. Bei Treffen im privaten Bereich sind bis zu 25 Personen erlaubt - und zwar ebenfalls unabhängig davon, aus wie vielen Haushalten sie kommen.

  • Erlaubt sind ab Juli Veranstaltungen unter freiem Himmel mit bis zu 1.000 Personen und in geschlossenen Räumen mit bis zu 650 Teilnehmenden - es muss allerdings eine Genehmigung eingeholt werden und die Gäste brauchen feste Sitzplätze. Gibt es keine festen Sitzplätze für die Gäste sind die Regeln strenger: Dann dürfen im Freien 200 Menschen und in geschlossenen Räumen 100 Menschen zusammenkommen. Die Zahlen gelten für Veranstaltungen, bei denen kein Alkohol ausgeschenkt wird. Mit Bier, Wein und anderen alkoholhaltigen Getränken gelten noch einmal strengere Regeln. Im Freien dürfen sich dann bis zu 100 Menschen treffen, in geschlossenen Räumen maximal 50.

  • Autokinos dürfen unter Einhaltung der Regeln Filme zeigen oder Autokino-Konzerte anbieten.

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Ab 1. Juli dürfen alle Schwimm- und Naturbäder wieder öffnen.

  • In Fitness- und Sportstudios sowie Yogastudios darf seit dem 27. Mai wieder trainiert werden. Auch Sporthallen, Tanzschulen und Indoor-Spielplätze dürfen öffnen. Es muss jedoch ein Abstand von 2,5 Metern zu anderen Personen eingehalten werden. Tanzschulen dürfen seit dem 1. Juli wieder Kurse anbieten.

  • Messen und Jahrmärkte dürfen wieder stattfinden. Es gelten Maskenpflicht, Abstandsregel und allgemeine Hygienevorschriften. Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen muss dafür gesorgt werden, dass auf zehn Quadratmeter nur eine Person kommt.

  • Hochschulen dürfen ihre Türen wieder für Präsenzvorlesungen öffnen. Prüfungen an Universitäten dürfen stattfinden, solange die erforderlichen Hygiene- und Schutzmaßnahmen eingehalten werden.

  • Kinder und Jugendliche, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden, können wieder an Angeboten der Jugendhilfe teilnehmen. 

  • Tagestreffpunkte für Hamburgs Obdach- und Wohnungslose können wieder Überlebenshilfe und praktische Hilfen anbieten, zum Beispiel Mahlzeiten, Kleidung oder eine Möglichkeit zum Duschen und Wäsche waschen.

  • In Hamburgs geförderten Seniorentreffs dürfen wieder Kurse, Informationsabende und Gruppenangebote mit einem festen Teilnehmerkreis stattfinden. Finden die Angebote in geschlossenen Räumen statt, ist ein Mund-Nasen-Schutz Pflicht. Im Freien muss ein Abstand von 3 Metern eingehalten werden.

  • Hamburgs Spielhallen und Wettvermittlungsstellen dürfen wieder öffnen. Voraussetzung ist die Vorlage eines jeweiligen Hygienekonzepts.

  • Restaurants und Speisegaststätten dürfen unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln wieder öffnen. Die Gäste müssen registriert werden und der Abstand von 1,5 Metern muss eingehalten oder eine geeignete Trennwand eingezogen werden. Auch für Stehplätze muss ein Abstand von 1,5 Metern zwischen den Gästen gewährleisten werden können.

  • Grillen und picknicken an öffentlichen Orten ist wieder erlaubt.

  • Alle Geschäfte können unter Auflagen wieder öffnen. Das Tragen von Mund-Nase-Schutz ist Pflicht, Warteschlangen sollen vermieden werden und pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche ist nur eine Kundin beziehungsweise ein Kunde erlaubt.

  • Verkaufsstände auf Wochenmärkten sind zulässig, wenn sie Lebensmittel oder Waren des täglichen Bedarfs anbieten.

  • Versammlungen und Demonstrationen sind unter Wahrung von Hygiene- und Abstandsregeln sowie mit begrenzter Zahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern erlaubt.

  • Seit dem 18. Juni dürfen wieder alle Kinder die Kindertagesstätten besuchen. In Absprache mit den Trägern soll in einem eingeschränkten Regelbetrieb zunächst eine Betreuung von 20 Stunden pro Woche und Kind möglichst an drei Wochentagen gewährleistet werden.

  • Angebote von staatlichen und privaten Bildungseinrichtungen sind wieder möglich - auch hier unter Auflagen. Beispielsweise dürfen die Lerngruppen maximal 15 Personen umfassen.

  • Individualsport unter freiem Himmel ist erlaubt, das gilt auch für Mannschaftssportarten. Aber es gelten Abstandsregeln. Das heißt, Ausdauer- und Torschusstraining sind beispielsweise möglich, Zweikampf-Training nicht. Umkleiden und Duschen bleiben geschlossen, die Toiletten dürfen genutzt werden.

  • Museen, Ausstellungshäuser und Gedenkstätten sowie die Außenbereiche zoologischer Gärten, botanischer Gärten und Tierparks dürfen öffnen, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den anwesenden Personen gewährleistet ist.

  • Friseurinnen und Friseure dürfen wieder Haare schneiden - unter Auflagen. Auch Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe dürfen wieder öffnen.

  • Besuche in Pflegeeinrichtungen sind erlaubt, wenn auch eingeschränkt und unter Auflagen wie dem Tragen des Mund-Nase-Schutzes. Bislang war nur der Besuch von einer festen Bezugsperson möglich, nun dürfen Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner zwei Besucherinnen und Besucher gleichzeitig empfangen. Die Begrenzung der Anzahl der Besuche entfällt. In Innenräumen darf der Besuch bis zu drei Stunden bleiben, draußen gibt es keine zeitliche Begrenzung.

  • Menschen mit Behinderung dürfen seit dem 18. Mai wieder in ambulant betreuten Wohngruppen oder besonderen Wohnformen besucht werden, es muss allerdings ein dokumentiertes Konzept zum Infektionsschutz gewährleistet sein.

  • Religiöse Veranstaltungen unter freiem Himmel sind möglich mit einem Mindestabstand von 1,5 Metern und dem Vorlegen eines entsprechenden Hygiene- und Schutzkonzeptes. Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen oder Synagogen sind zulässig, wenn die Veranstalterinnen und Veranstalter Maßnahmen zum Infektionsschutz gewährleisten.

  • Bestattungen und Trauerfeiern im engen Familien- und Freundeskreis dürfen stattfinden.

  • Hotels dürfen wieder für Touristinnen und Touristen öffnen, aber nur 60 Prozent ihrer Zimmer vermieten. Saunen, Schwimmbäder und ähnliches bleiben geschlossen, ebenso Schlafsäle für mehr als vier Personen. Aber: Die Behörden wollen ein Beherbergungsverbot für Touristinnen und Touristen aus den deutschen Corona-Hotspots wie dem Kreis Gütersloh beschließen. Betroffen sind Reisende aus Kommunen, in denen die von Bund und Ländern vereinbarte Höchstgrenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten ist.

  • Hafenrundfahrten und Bootsauflüge sind wieder erlaubt, aber nur 50 Prozent der Gäste dürfen an Bord sein.

Corona-Beschränkungen - das bleibt in Hamburg verboten:

  • Wellness- und Saunabereiche, Dampfbäder und Whirlpools bleiben aus Gründen des Infektionsschutzes geschlossen. Eine gemeinschaftliche Nutzung der Duschen und Umkleiden nach dem Sport ist nicht erlaubt.

  • Tanzlokale, Clubs und Shisha-Bars bleiben geschlossen.

  • Privater Wohnraum darf nicht an Touristinnen und Touristen vermietet werden.

  • Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmenden wie Volksfeste, größere Sportveranstaltungen (mit Ausnahme vom Profifußball) oder Umzüge wie der Schlagermove bleiben auf jeden Fall bis zum 31. August verboten. Dieses Verbot soll aber bis mindestens Ende Oktober verlängert werden und gelte für solche Veranstaltungen, "bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist", hieß es. Deswegen werden wohl auch große Sport-Events in diesem Jahr nicht stattfinden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 30.06.2020 | 14:00 Uhr

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