Stand: 12.06.2020 06:31 Uhr

Corona-Ausschuss: Hoffnung für Clubs und Theater

Seit Monaten sind wegen der Corona-Pandemie auch die Hamburger Clubs geschlossen. Jetzt gibt es Hoffnung, dass ein Stück der Club-Kultur zurückkehrt. Das Reeperbahn Festival könnte wie geplant im September über die Bühne gehen.

VIDEO: Wie geht es weiter mit den Großveranstaltungen? (2 Min)

Konzept für das Reeperbahn Festival

Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda (SPD) sagte am Donnerstag im Sonderausschuss der Bürgerschaft, dass er mit allen Beteiligten an einem Konzept für das Festival arbeitet. Das gemeinsame Ziel sei es, auszuprobieren, was in der aktuellen Krise an Club-Kultur möglich ist. Natürlich werde das schwierig, weil Clubs von der Nähe der Menschen leben - und diese Nähe aktuell das große Problem sei. Das, was möglich sei, solle möglich gemacht werden, so der Kultursenator. Das Festival solle auch als "Experimentierfeld" genutzt werden, um zu sehen, "was denn gehen kann" und wie es sich anfühle.

Lockerungen für Kulturbetrieb ab Juli

Auch auf Hamburgs Theaterbühnen könnte es bald wieder Leben geben. Für den Kulturbetrieb stellte Brosda weitere Lockerungen der Corona-Einschränkungen ab Juli in Aussicht. Der nächste Schritt müsse "ein aktives Geschehen auf der Bühne" beinhalten, sagte er. Dies sei besonders schwierig, weil nicht nur die Infektionsrisiken im Zuschauerraum, sondern auch die Arbeitsschutzvorschriften auf der Bühne bedacht werden müssten.

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Zweite Phase der Förderung

Zur Wiederbelebung des Kulturbetriebes sei eine zweite Förderrichtlinie geplant. Es gehe darum zu helfen, "ein langsames und verantwortungsvolles Wiederhochfahren des kulturellen Lebens in der Stadt mit den daraus folgenden ökonomischen Auswirkungen zu ermöglichen". Im Fokus stehe "die Ermöglichung eines stärker defizitären Betriebs".

Ein Theater, das komplett heruntergefahren sei, eine Mietstundung beantragt und seine Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt habe, habe einen relativ geringen Zuschussbedarf, sagte Brosda. Würde man Betrieb und betriebliche Kosten wieder auf 100 Prozent hochgefahren, könnte aufgrund der Abstandsgebote, aber nur einen Teil der Plätze besetzen, würde das eine betriebswirtschaftliche Katastrophe auslösen, so der Senator. Derzeit werde mit den einzelnen Einrichtungen besprochen, wie dennoch ein Weg gefunden werden könne. Das kulturelle Leben ruhen zu lassen, bis ein Impfstoff verfügbar ist, sei keine Alternative.

Ab sofort Fachausschüsse

Die vierte Sitzung des Corona-Ausschusses im Rathaus war zugleich auch die letzte. Zum Abschluss stand neben der Kultur die Wissenschaft auf der Tagesordnung. Anders als in manchen Bürgerschafts-Debatten blieb die Stimmung im Ausschuss die ganze Zeit über sachlich und konstruktiv. Corona wird wohl auch weiter das wichtigste Thema im Rathaus bleiben. Beraten wird es ab sofort in den Fachausschüssen, die nach der Bürgermeister-Wahl vor zwei Tagen jetzt eingesetzt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 12.06.2020 | 06:00 Uhr

Das Hamburger Rathaus © dpa Foto: Christian Charisius

Ab 17 Uhr live: Sonderausschuss "Bewältigung der Corona-Krise"

Die Bewältigung der Corona-Krise wird in Hamburg durch einen Sonderausschuss parlamentarisch begleitet. Die Sitzung wird auf der Internetseite der Bürgerschaft ab 17 Uhr per Livestream übertragen. extern

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