Blick aus der Luft auf die Hamburger Innenstadt und die Binnen- und Außenalster. © dpa Foto: Marcus Brandt

Bundestagswahl: Wo die Hochburgen der Parteien in Hamburgs Stadtteilen sind

Stand: 28.09.2021 07:21 Uhr

Hamburg hat gewählt. Nach der Bundestagswahl zeigt eine Auswertung des Statistikamts Nord, in welchen Hamburger Stadtteilen die Parteien ihre Hochburgen haben und wo sie am schlechtesten abschnitten.

Die SPD kam in der ganzen Stadt auf 29,7 Prozent. Damit wurden die Sozialdemokraten klar stärkste Kraft vor den Grünen, die 24,9 Prozent verbuchten. Die CDU fuhr mit 15,5 Prozent ihr historisch schlechtestes Ergebnis bei einer Bundestagswahl in Hamburg ein. Die FDP kam auf 11,4 Prozent, die Linke auf 6,7 Prozent und die AfD auf 5,0 Prozent. Die Wahlbeteiligung stieg von zuletzt 76 auf 77,8 Prozent. Doch der Blick in die Stadtteile zeigt deutliche Unterschiede bei den Wahlergebnissen.

SPD stark in Steilshoop, Billstedt und Lurup

Die SPD ist Wahlgewinnerin in Hamburg bei der Bundestagswahl. In drei Stadtteilen erreichten die Sozialdemokraten besonders hohe Werte bei den Zweitstimmen: In Steilshoop wählten 41,1 Prozent die SPD, in Billstedt und Lurup waren es jeweils 40,4 Prozent. Die geringste Zahl an Wählerinnen und Wählern hatte die SPD in St. Pauli (16,4 Prozent), Sternschanze (13,8 Prozent) und Kleiner Grasbrook/Steinwerder (10,8 Prozent).

Grüne in der Schanze weit vorn

Die Sternschanze ist der Hamburger Stadtteil, in dem die Grünen die höchste Prozentzahl an Wahlberechtigten mobilisieren konnten: 48,7 Prozent, also fast jede zweite Wählerstimme fiel auf die Partei. Auch Eimsbüttel (44,6 Prozent) und Hoheluft-West (42,9 Prozent) wählten besonders häufig die Grünen. Die wenigsten Wählerinnen und Wähler für die Grünen gab es hingegen in Jenfeld (12,4 Prozent), Neuland/Gut Moor (11,4 Prozent) und Billstedt (10,9 Prozent).

CDU: Unterstützung aus den Elbvororten

Die CDU stürzte insgesamt auf 15,5 Prozent ab und erzielte ihr historisch-schlechtestes Wahlergebnis in der Hansestadt. Ihre Hochburgen lagen in Nienstedten (31,9 Prozent), Blankenese (30,3 Prozent) und Wellingsbüttel (29,9 Prozent). In Nienstedten erzielte die CDU 2017 noch ein Top-Ergebnis von 39 Prozent. Besonders schlechte Ergebnisse erzielte die Partei in Sternschanze (4,0 Prozent), Veddel (3,7 Prozent) und Kleiner Grasbrook/Steinwerder (2 Prozent).

FDP: Stark im Hamburger Norden und in der Hafencity

Die FDP erzielte besonders hohe Wahlergebnisse in Wohldorf-Ohlstedt (21 Prozent), Nienstedten (21,6 Prozent) und der Hafencity (20,6 Prozent). Diese Werte sind annähernd doppelt so hoch wie das Gesamtergebnis auf Landesebene. Die schlechtesten Ergebnisse erzielten die Freidemokraten in St. Pauli (5,4 Prozent), Veddel (4,3 Prozent) und Kleiner Grasbook/Steinwerder (3,7 Prozent).

AfD: Hochburgen in Neuallermöhe und Hausbruch

Die AfD hat ihre Hamburger Hochburg bei der Bundestagswahl in Neuallermöhe. Hier erreichten die Partei 13,7 Prozent der abgegeben Stimmen, in Hausbruch 12 Prozent und in Billstedt 10,1 Prozent. Zum Vergleich: Das landesweite Ergebnis an Zweitstimmen liegt für die AfD bei 5 Prozent. Kaum Wählerschaft konnte die Alternative für Deutschland hingegen in Eppendorf, Eimsbüttel und Ottensen (jeweils nur 1,7 Prozent) erreichen. In der Schanze war es sogar nur 1 Prozent.

Linke: Erfolgreich in St. Pauli und Veddel

Die Linke hatte besondere Erfolge in St. Pauli und Veddel. Dort erzielte sie 21,1 und 20,4 Prozent der Stimmen. Im bevölkerungsarmen Stadtteil Kleiner Grasbrook/Steinwerder waren es 29,1 Prozent. Kaum Wählerschaft hat die Linke in Wellingsbüttel und Duvenstedt (je 2,3 Prozent) und in Lemsahl-Mellingstedt mit 2,1 Prozent.

Wahlbeteiligung: Eppendorf liegt vorn

Eppendorf ist der Hamburger Stadtteil mit der höchsten Wahlbeteiligung. 93 Prozent gingen hier an die Urnen. Auch in Groß Flottbek ist die Wahlbeteiligung traditionell besonders hoch, diesmal lag sie bei 91,9 Prozent. In Wohldorf-Ohlstedt gingen 90,6 Prozent der Wahlberechtigten an die Urnen. Besonders niedrig war die Wahlbeteiligung in Billbrook/Rothenburgsort (60 Prozent), Billstedt (59,8 Prozent) und Jenfeld (59,2 Prozent).

Insgesamt haben 26.000 Hamburgerinnen und Hamburger mehr an der Wahl teilgenommen als vor vier Jahren. Hamburg erreicht damit die dritthöchste Wahlbeteiligung - nach Bayern und Schleswig-Holstein.

Wenn man in der folgenden Karte auf Gemeinden geht, kann man sich durch Heranzoomen oder durch Eingabe des Stadtteilnamens oder einer Postleitzahl die Wahlergebnisse für einzelne Stadtteile detailliert anzeigen lassen:

Weitere Informationen
Eine Karte zeigt die nach Stadtteilen am meisten vergebenen Erststimmen. © tagesschau.de

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 28.09.2021 | 07:00 Uhr

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