Menschen steigen indie U-Bahn ein. © picture alliance Foto: Bodo Marks

Bestpreissystem im Hamburger Nahverkehr verzögert sich

Stand: 26.10.2020 12:52 Uhr

Garantiert zum günstigsten Preis Bus und Bahn fahren, dieses System führt Osnabrück nun als erste deutsche Stadt ein. So weit wollte Hamburg schon lange sein, aber es dauert länger als geplant.

Die Idee ist simpel: Die Fahrgäste müssen sich weder über Tarifzonen noch über die Anzahl der Fahrten Gedanken machen und sich auch nicht vor Fahrtantritt ein Ticket kaufen. Stattdessen steigen sie einfach in Bus oder Bahn und fahren los. Am Ende des Tages wird dann immer der günstigste Preis berechnet.

Check-in/Be-out heißt das System. Es läuft über eine App, die automatisch alle Fahrten erfasst. Die Stadt Osnabrück führt dieses System am Montag in ihren Bussen ein. Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) hatte mal angekündigt, dieses Abrechnungssystem Ende 2018 einführen zu wollen, doch die Umsetzung ist offenbar schwieriger als gedacht. In weiten Teilen Hamburgs soll das Projekt nun im Oktober 2021 startklar sein - pünktlich zum ITS-Weltkongress, zu dem etwa 10.000 Vertreter und Vertreterinnen der Automobil-, Luftfahrt- und Logistikwirtschaft in Hamburg erwartet werden.

Metropolraum Hamburg ist komplex

In Hamburg seien vor allem die vielen Tunnel kompliziert, sagt HVV-Geschäftsführer Dietrich Hartmann im Gespräch mit NDR 90,3. Auch unterirdisch müssten die Wege der Fahrgäste in den U- und S-Bahnen nachverfolgt werden können. "Das gleiche System wie in Osnabrück würde in Hamburg nicht funktionieren", sagt Hartmann. Es müsse ein eigenes entwickelt werden.

Die Hochbahn leitet das Projekt. Hochbahn-Chef Henrik Falk weist auch im Vergleich mit Osnabrück darauf hin, dass der Metropolraum Hamburg viel größer und die Planung komplexer sei. Laut Falk sei das Bestpreissystem im gesamten HVV-Bereich wohl spätestens Anfang 2023 anwendbar.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 26.10.2020 | 12:00 Uhr

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