Stand: 21.03.2019 12:42 Uhr

Airbnb & Co.: 2.500 Ferienwohnungen registriert

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Kurzeittouristen mit Rollkoffern gehören in Hamburger Szenestadtteilen inzwischen zum Straßenbild.

Rund 9.000 Eigentümer und Mieter bieten in Hamburg ihre Wohnungen oder einzelne Zimmer zumindest gelegentlich über das Online-Portal Airbnb an. Mehr als ein Viertel hat sich jetzt bei der Stadt dafür registrieren lassen - und kommt damit der Pflicht nach, die ab dem 1. April in der Hansestadt gilt. Die "wirklich beachtliche Zahl" von bisher 2.448 Registrierungen für eine Wohnraumschutznummer sei ein "großer Erfolg", sagte Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) am Donnerstag.

Höchstens acht Wochen

Die Portale sind verpflichtet, Angebote in Hamburg nur noch mit entsprechender Nummer zu veröffentlichen. Ansonsten drohen Bußgelder von bis zu 500.000 Euro. Beschränkt hat die Behörde auch die Vermietungsdauer an Feriengäste: von sechs Monaten auf acht Wochen. Allerdings gibt es eine Ausnahme, die bisher unbekannt war: "Wenn ich weniger als 50 Prozent der Wohnfläche für die Vermietung nutze, ist das registrierungsfrei", sagte Stapelfeldt. Man brauche aber in jedem Fall eine Registrierungsnummer.

Wer an Feriengäste untervermietet, muss zudem einen Belegungskalender führen. Und erstmals wird jede Vermietung dem Finanzamt gemeldet, um die teils enormen Profite zu besteuern.

Es geht um Wohnraum - und um Lebensqualität

Die Regelungen sollen helfen, den angespannten Wohnungsmarkt zu entlasten. "Wir haben eine Wohnungsknappheit", sagte Stapelfeldt. Deshalb müsse die Zweckentfremdung vorhandenen Wohnraums verhindert werden. Es gehe aber auch um die Lebensqualität in Szenestadtteilen wie Schanzenviertel, St. Pauli oder Ottensen, in denen besonders viele Kurzzeit-Gäste unterkommen wollen. "Wir haben die Situation, dass es vielfach in den Nachbarschaften, in denen solche Wohnungen vermietet werden, zu Störungen gekommen ist."

Ermittler werten Fotos aus und hören sich um

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29 Bezirksmitarbeiter - acht mehr als bisher - verhängen Bußgelder bis zu 500.000 Euro. Jens Ehrling vom Bezirksamt Altona beschreibt das Vorgehen beim Aufspüren von Adressen. "Wir haben uns auf die Fotos gestürzt, dort einfach mal durch die Fenster geguckt und haben die Fassaden auf der anderen Straßenseite entdeckt. Wer sich in Altona, im Schanzenviertel gut auskennt, erkennt da jedes Gebäude." Von ständigen Besucherwechseln genervte Nachbarn seien außerdem die besten Tippgeber.

Nach anfänglicher Kritik an der Verschärfung hatte das Unternehmen Airbnb kürzlich das "digitale und schlanke Registrierungssystem in Hamburg" gelobt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | 21.03.2019 | 13:00 Uhr

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