Stand: 25.06.2018 13:20 Uhr

A7-Deckel: Neue Ruhe in Schnelsen

Vier Jahrzehnte Verkehrslärm haben für die Anwohner an der A7 bei Hamburg-Schnelsen ein Ende: Seit Montagmorgen verschwindet der Verkehr dort in beiden Fahrtrichtungen unter dem neuen Lärmschutzdeckel. Reisende können jetzt von Nord nach Süd und umgekehrt durch die Weströhre des Tunnels fahren, die bereits am Sonnabend für Autofahrer in Richtung Hannover freigegeben worden war. Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hatte ihn mit einer Fahrt durch die fertiggestellte Westseite offiziell in Betrieb genommen.

Anwohner wollen feiern

Ein Sprecher des Baukonsortiums Via Solutions Nord sagte am Montag, Anwohner hätten ihm berichtet, sie seien das erste Mal mit Vogelgezwitscher aufgewacht. Sie wollten das Ende des Autobahnlärms mit einer Gartenparty feiern - sofern das Wetter mitspiele.

Bau der Oströhre folgt

Allerdings steht zunächst nur die Weströhre des Lärmschutzdeckels zur Verfügung, durch die der gesamte Verkehr fließt. Jetzt kann mit dem Bau der Oströhre begonnen werden, die Ende 2019 fertig sein soll. Bis dahin müssen sich die Autofahrer in beiden Fahrtrichtungen den Platz der ersten Röhre teilen - nur durch ein etwa 40 Zentimeter hohes Gitter getrennt.

Das Baukonsortium Via Solutions Nord und die Hamburger Verkehrsbehörde weisen auf das Tempolimit von 60 km/h und die moderne Sicherheitstechnik hin: Brandschutz mit Feuermeldeanlage, Rauchentlüftung und Löschwasservorrat sowie Notstromanlage und Notausgänge. Die Technik ist so komplex, dass die Betreiber mit Fehlalarmen und kurzfristigen Tunnelsperrungen in den nächsten Monaten rechnen.

Ausbau der Autobahn 7

Seit den 1970er-Jahren trennt die vielbefahrene A7 die Wohngebiete im Hamburger Nordwesten. Die Deckel sollen ein erneutes Zusammenwachsen der Stadtteile ermöglichen. Neben Wegen und Straßen sind Grünflächen über der Autobahn geplant. Das Projekt ist Teil des rund zwei Milliarden Euro teuren Ausbaus der Autobahn 7 vom Elbtunnel bis nach Bordesholm südwestlich von Kiel.

In Stellingen ist ein weiterer, 900 Meter langer Lärmschutzdeckel in Bau. Ein dritter, gut zwei Kilometer langer Tunnel soll in Altona entstehen. Wer im Jahr 2025 von Hannover über die A7 nach Dänemark fährt, wird in Hamburg insgesamt sieben Kilometer Tunnelstrecke passieren, erst den Elbtunnel, dann die drei Lärmschutzdeckel. Aber dank des Ausbaus auf acht Spuren bis zum Dreieck Hamburg-Nordwest und weiter nördlich auf sechs, sollen Autofahrer ohne Stau zügig vorankommen.

Karte: Die drei Hamburger Deckel
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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 25.06.2018 | 07:00 Uhr

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