Stand: 10.06.2020 11:41 Uhr

22-Jährige ermordet: Lebenslange Haft gefordert

In diesem Haus in der Amandastraße wurde eine 22-Jährige getötet.
Die 22-Jährige wurde in diesem Haus in der Amandastraße getötet.

Mehr als ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod einer 22-jährigen Frau in der Amandastraße in Hamburg-Eimsbüttel hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch lebenslange Haft wegen Mordes für den Täter verlangt. Die Staatsanwältin beantragte zudem, eine besondere Schwere der Schuld des 35-Jährigen festzustellen.

Leiche hinter Gebüsch abgelegt

Täter und Opfer waren Nachbarn. Die junge Frau war erst drei Wochen zuvor in das Mietshaus in der Amandastraße eingezogen. In der Nacht zum 23. April 2019 hatte der Angeklagte die 22-Jährige unter einem Vorwand oder mit Gewalt in seine Wohnung gebracht, um sie zu vergewaltigen - davon ist die Staatsanwältin überzeugt. Weil die Frau sich heftig wehrte und um Hilfe schrie, habe er sie getötet. Mit dem Schuh drückte er ihr den Hals zu. Anschließend trug er die Leiche nach draußen und legte sie am Straßenrand hinter einem Gebüsch ab - wie einen Gegenstand, meinte die Staatsanwältin.

Urteil Anfang Juli erwartet

Sie hielt dem Täter eine boshafte Grundeinstellung zu Frauen vor. Der 35-Jährige ist bereits mehrfach wegen Gewalt gegen Frauen vorbestraft. Die Staatsanwältin beantragte, ihn wegen Mordes zu verurteilen und zusätzlich eine besondere Schwere seiner Schuld festzustellen. Dann könnte er kaum vorzeitig nach 15 Jahren aus dem Gefängnis entlassen werden. Das Urteil soll spätestens am 2. Juli verkündet werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 10.06.2020 | 13:00 Uhr

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