Opernkonzert

Luigi Cherubini: "Médée"

Samstag, 07. Januar 2023, 19:00 bis 22:00 Uhr

Sondra Radvanovsky als Medea und Matthew Polenzani als Giasone in Cherubinis Oper "Médée". © MET Opera Foto: Marty Sohl
Sondra Radvanovsky als Medea und Matthew Polenzani als Giasone in Cherubinis Oper "Médée".

Es ist eine enorm herausfordernde Partie: die Titelpartie der Oper "Médée" von Luigi Cherubini. An der Metropolitan Opera sorgte die Sopranistin Sondra Radvanovsky als Medea für Beifallsstürme. Auch sie hat die Rolle als sehr fordernd erlebt. "Das liegt an dem enormen Stimmumfang, aber auch an dem Gesangs-Stil. In Cherubinis Zeit war "das sehr fortschrittlich", erzählt Radvanovsky. "Und das Schwierige daran ist auch die Deklamation. Das ist sehr direkt. Medea ist über weite Strecken der Oper ärgerlich oder traurig. Und das ist für die Stimme und den Körper eine große Herausforderung. Man beginnt die Oper mit dieser weichen, eher leisen ersten Arie. Und Medea muss direkt sehr präsent sein. Sie kommt auf die Bühne und bleibt dort für den Rest der Zeit. Es ist also auch die Tiefe und schiere Länge dieser Oper, die es so schwierig macht."

Emotional und stimmlich fordernde Partie

Und auch die Handlung und der Charakter der Medea sind emotional fordern, weiß Radvanovsky zu berichten. "In unserer Produktion ist sie einfach eine liebende Frau. Sie kann auf vielerlei Art gespielt werden. Sie ist eifersüchtig, erfüllt von Hass. Aber all diese Emotionen speisen sich aus der Liebe. Aber diese Liebe wird verschmäht. Medea liebt Giasone. Die ganze Zeit. Und sie hat das Gefühl, dass er sie betrogen hat. Er erwidert ihre Liebe nicht. Und dann gibt es ja auch die beiden Kinder, die sie zusammen haben. Und was passiert, wenn in einer Beziehung der eine den anderen liebt, aber nicht umgekehrt? Nu ja, all diese üblen Gefühle, dieses Unglück. Und sie versucht alles Mögliche, um die Situation zu ändern. Sie versucht jede Art der Manipulation, um ihn zurückzugewinnen. Aber nichts davon funktioniert. Und ihr letzter Weg ist, dass sie ihm das wegnehmen will, was er wirklich liebt, die Kinder. Und das ist fürchterlich". Medea geht so weit, ihre eigenen Kinder zu opfern.

Meisterlich vertont

Cherubini hat die packende Oper meisterlich in Töne gesetzt. In dieser Aufnahme vom 22. Oktober 2022 aus der Met ist an der Seite von Sondra Radvanovsky Matthew Polenzani als Giasone zu erleben, Janai Brugger singt Medeas Rivalin Glauce. Am Pult steht Carlo Rizzi.

 

Luigi Cherubini: "Médée"

Oper in drei Akten
Libretto von François-Benoît Hoffmann

Medea: Sondra Radvanovsky
Glauce: Janai Brugger
Neris, Dienerin Medeas: Ekaterina Gubanova
Giasone: Matthew Polenzani
Creonte: Michele Pertusi
Erste Begleiterin: Brittany Renee
Zweite Begleiterin: Sarah Larsen
Hauptmann der königlichen Wache: Christopher Job

Chor und Orchester der Metropolitan Opera
Ltg.: Carlo Rizzi

Aufzeichnung vom 22.10.2022 aus der Metropolitan Opera New York

 

Weitere Informationen
Tanzende Frau im Kleid © Photocase Foto: javiindy

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