Roy Lichtensteins "Haystack # 3" (aus der Serie Haystacks #1–#7), 1969, Lithographie und Siebdruck © Estate of Roy Lichtenstein/Kunsthalle Hamburg

Hamburger Kunsthalle zeigt Druckserien von Warhol bis Wool

Stand: 17.04.2021 10:42 Uhr

Die Hamburger Kunsthalle stellt in einer großen Ausstellung Druckserien aus den vergangenen 60 Jahren vor: mit Arbeiten von Josef Albers, Roy Lichtenstein, Bruce Nauman, Maria Lassnig - und natürlich - Andy Warhol.

von Anette Schneider

20 Mal Campells Suppendose. Acht Mal ein wie überbelichtet wirkender elektrischer Stuhl. Zehn Mal Marylin Monroes laszives Gesicht - giftig-grün, knall-orange, lila. Diese inhaltlichen wie ästhetischen Provokationen Andy Warhols zeigt die Ausstellung, zu der die Hamburger Kunsthalle wegen der Corona-Pandemie derzeit einige digitale Angebote zeigt.

Denn die Siebdrucke aus den 60er-Jahren fielen zusammen mit den Protestbewegungen gegen den Vietnamkrieg und für Schwarze Bürgerrechte und stehen für ein altes, wiederentdecktes Kunstverständnis, so Kuratorin Petra Roettig: "Dass ist das Spannende in der Druckgrafik ab 1960, dass es eben wirklich als ein ganz wichtiges Medium der Vervielfältigung im Sinne der demokratischen Idee gesehen wurde. Kunst sollte für jedermann zu kaufen sein und das hat eben wirklich zu einem Boom, einer Grafikrenaissance geführt."

Ausstellung zeigt 50 Grafikserien aus dem eigenen Bestand

Da veräppelt Roy Lichtenstein die bildungsbürgerliche Kunstikone schlechthin, und verwandelt Monets Serie von Heuhaufen respektlos in farbige Rasterbilder für jedermann. Oder Victor Vasarelys konstruiert aus poppig-bunten Würfelmustern psychedelische Räume. Und der junge David Hockney erzählt in klassischer Manier von seiner ersten New York-Reise.

Gut 50 Grafikserien aus dem eigenen Bestand füllen jetzt das gesamte zweite Stockwerk der Galerie der Gegenwart. Viele sind erstmals zu sehen und zeigen, was KünstlerInnen bis heute an der Idee der Serie reizt, egal, ob sie abstrakt arbeiten oder figürlich.

Videofilme erklären unterschiedliche Druckmethoden

Parallel zu den Serien erklären Videofilme unterschiedliche Druckmethoden - vom traditionsreichen Holzschnitt bis zur Arbeit mit der Yogamatte. So wird das Auge geschärft für die Besonderheiten des Mediums, lässt sich erahnen, wie das Offene und Unwägbare des Druckens reizen muss: Nie weiß man genau, wie Farben aufeinander reagieren, verwischen, sich mischen.

Ziemlich am Ende der Ausstellung hängt Jenny Holzers Serie "Top Secret", die sich auf CIA-Protokolle zur Foltermethode des Waterboarding beziehen. Das Besondere an der Bilderfolge: Sie wurde nicht gedruckt, sondern von dem Berliner Papiermacher Gangolf Ulbricht gegossen - und zeigt: dicke, waagerechte schwarze Balken auf hellem Grund.

Weitere Informationen
Blick auf die Hamburger Kunsthalle. © NDR Foto: Eduard Valentin

Kulturpartner: Hamburger Kunsthalle

Seit 150 Jahren ist die Hamburger Kunsthalle ein lebendiger Ort für die Begegnung und Auseinandersetzung mit der Kunst. extern

Hamburger Kunsthalle zeigt Druckserien von Warhol bis Wool

Die Hamburger Kunsthalle stellt in einer großen Ausstellung Druckserien aus den vergangenen 60 Jahre vor.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Hamburger Kunsthalle/Galerie der Gegenwart, 2. Obergeschoss
Glockengießerwall 5
20095 Hamburg
Öffnungszeiten:
regulär: Dienstag, Mittwoch, Freitag, Sonnabend, Sonntag 10-18 Uhr
Donnerstag 10-21 Uhr
Hinweis:
Bitte beachten Sie: Wegen der Corona-Pandemie ist die Kunsthalle derzeit geschlossen. Einige Inhalte werden digital auf der Homepage www.hamburger-kunsthalle.de zur Verfügung gestellt.
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 16.04.2021 | 11:20 Uhr