Stand: 04.10.2017 00:00 Uhr

"Blade Runner 2049" - Fortsetzung des Kultfilms

von Patricia Batlle

Kann man eine stilvolle, eigenständige Fortsetzung des Kultfilms "Blade Runner" von Ridley Scott von 1982 drehen? Darüber haben Fans wie Fachwelt diskutiert, seitdem feststand, dass es eine Fortsetzung des Klassikers geben würde. Ja, man kann, beweist der franko-kanadische Regisseur Denis Villeneuve ("Arrival") mit seinem "Blade Runner 2049", cool verkörpert von Ryan Gosling.

Am Anfang war das Auge. In gestochen scharfer Großaufnahme blickt es in den Kinosaal. Schnitt, Vogelperspektive auf eine futuristische Stadt - auf ein dauerverregnetes Los Angeles im Jahr 2049. Ein Polizeiwagen überfliegt den hohen Turm eines Platzes, der geformt ist wie ein Augapfel. Im Inneren des Wagens ist ein Display zu erkennen, das den Insassen als einen Polizisten des Los Angeles Police Departments (LAPD) ausweist. Der sitzt am Steuer - und schläft. Er ist ein Blade Runner - ein Spezialagent, der bestimmte alte Modelle von humanoiden Androiden, genannt "Replikanten", jagt, um sie auszulöschen.

Auf der Jagd nach alten Replikanten

Als sein Auto in einer wüstenähnlichen Landschaft landet und der Blade Runner ein dunkles Haus betritt, fällt ihm der Geruch auf, der vom simmernden Kochtopf auf dem Gasherd herrührt. Der Koch wird nie dazu kommen, den Eintopf zu essen. Dafür wird Agent "K" (Ryan Gosling) unter einem abgestorbenen Baum etwas finden, das nicht nur sein eigenes Leben beeinflussen wird.

So beginnt Denis Villeneuves grandioser Film "Blade Runner 2049", den die US-Fachzeitschrift "Variety" als "einen der besten Science-Fiction-Filme aller Zeiten" bezeichnet. "Dieser Film liefert reinen halluzinatorischen Wahnsinn, der dich hyperventilierend zurücklässt", jubelt die britische Zeitung "The Guardian". Der Blockbuster knüpft zwar an das "Blade Runner"-Universum des Kultfilms von Ridley Scott von 1982 an, man kann ihn aber getrost gucken, ohne das Original zu kennen. Man erkennt auch ohne den Fachterminus "Voight-Kampff", dass bei einem Test mit Augen-Scanner das Lügen kontrolliert und erkannt wird - und so Replikanten von Menschen unterschieden werden.

Neues Drehbuch vom Originalautor fortgeschrieben

Die düstere Metropole Los Angeles voller flirrender Neonlichter sieht in den Oscar-verdächtigen Bildern des Meisters Roger Deakins ähnlich aus wie 1982. Die Geschichte spielt 30 Jahre nach dem Original, das im November 2019 spielte. Das Drehbuch hat zum Teil der Autor von 1982 geschrieben: Hampton Fancher; Benjamin Wallfisch und Hans Zimmer liefern eine Mischung aus Geräuschen und Synthesizer-Musik, die an den Score von 1982 erinnert, aber subtiler als der alte Film über die Laufzeit von 2,5 Stunden mit den Bildern interagiert.

Begegnung von "K" mit Rick Deckard

Mehr vom Inhalt wird an dieser Stelle nicht verraten - auf die Bitte des Regisseurs Denis Villeneuve hin. Nur so viel: Natürlich, das ist kein Geheimnis, gibt es eine Begegnung des alten Blade Runners (Gosling) mit dem ursprünglichen, seit 30 Jahren verschwundenen Rick Deckard (Harrison Ford). Dass es darauf hinausläuft, zeigt bereits das Filmplakat. Was die beiden aus ihrer Begegnung für Erkenntnisse ziehen - das darf man ab dem 5. Oktober selbst im Kino entdecken. Unbedingt auf der größtmöglichen Leinwand!

Interview
K (Ryan Gosling) - Szene aus "Blade Runner 2049" © 2017 Sony Pictures Releasing GmbH

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Blade Runner 2049

Genre:
Science Fiction Thriller
Produktionsjahr:
2017
Produktionsland:
USA
Zusatzinfo:
mit Ryan Gosling, Harrison Ford, Jared Leto, Ana de Armas
Regie:
Denis Villeneuve
Länge:
152 min
FSK:
ab 12 Jahren
Kinostart:
5. Oktober 2017

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Neue Filme | 05.10.2017 | 07:20 Uhr

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